Unsere Frühjahrsreise 2017 mit dem Kastenwagen: Der Camper ist eingepackt, Gasflaschen sind gefüllt und Batterien geladen. Unser Ziel ist (wieder einmal) Griechenland, und es kann losgehen. Wir planen eine Kombination aus Roadtrip und Windsurf-Urlaub auf Lesbos, wo Olya ein Windsurfcamp besuchen wird. Ich habe außerdem die Hoffnung, dass die Berge der Insel einiges für’s Mountainbike bieten sollten.

Reiseplanung

Unsere Reiseplanung enthält wie üblich nur Eckpunkte. Etwas über 3 Wochen haben wir Zeit, und am Weg nach Lesbos wollen wir auf Limnos vorbeischauen, da uns dort Marika zum Essen eingeladen hat. Die Anfahrt soll uns wieder über den Landweg durch Slowenien, Kroatien, und Serbien führen – doch anstatt wie letztes Jahr weiter durch Mazedonien weiter nach Griechenland zu fahren, wollen wir diesmal die Strecke durch Bulgarien ausprobieren.

Aufbruch im Morgengrauen

Eigentlich haben wir vor, bereits abends aufzubrechen. Ein langes Wochenende steht bevor, morgens ist daher viel Verkehr zu erwarten. Da das Einpacken aber wiedermal (*Hust* *hrmpf*) länger dauert (Nein, ich schau dich nicht an, liebe Olya), beschließen wir, stattdessen früh schlafenzugehen und in den Nachtstunden aufzubrechen.

Da wir es aber dann doch erst knapp vor Mitternacht ins Bett schaffen, stehen wir um vier Uhr auf, und sind um fünf Uhr unterwegs. Es hilft nur bedingt. Bereits eine halbe Stunde dauert der Kauf der slowenischen Vignette an der slowenischen Grenze, eine Stunde stauen wir uns 6km lang an der Grenze Slowenien-Kroatien, und 30min sind’s dann um Zagreb herum. Dann sind wir zwar schon 4h unterwegs (normale Fahrzeit wären 2h), aber immerhin fährt der Urlauber-Pulk nun weiter an die kroatische Küste, während wir ins Hinterland abbiegen.

Das kroatische Hinterland in Richtung Serbien

Durch Kroatien geht’s zügig dahin (und das kostet auch – ca. 32 EuroMaut). Bei Slavonski Brod sehe ich einen Kirchturm nahe der Autobahn, was ich für ein untrügliches Zeichen auf einen leicht erreichbaren Ortskern deute, und so verlassen wir gegen 11 Uhr die Autobahn. Tatsächlich finden wir auf Anhieb eine Bäckerei, und kaufen ein Mittagessen (In Form von Pizza und Burek) ein.

Dieses verzehren wir dann am Wegesrand, bevor wir ein wenig neben der Autobahn herfahren und uns die unzähligen Weiler-Dörfer sehen. Unser westlicher Dauerstress hat diese Gegend offensichtlich noch nicht erfasst, die Zeit ist etwas stehengeblieben.

Mit dem Kastenwagen durch Serbien

Bald danach erreichen wir die serbische Grenze. In etwa einer Viertelstunde sind wir drüber, das ist harmlos.

Der erste Teil der serbischen Autobahn in Richtung Belgrad ist eine Rumpelpiste – aber immerhin an diesem Tag wenig befahren, weshalb ich es manchmal wage, das Rechtsfahrgebot zu ignorieren. Die linke Fahrspur ist eigentlich in Ordnung, nur die rechte Spur ist vom heftigen LKW-Verkehr sehr in Mitleidenschaft gezogen. Wellen und Spurrinnen machen die Fahrt zum holprigen Vergnügen, Hände vom Lenkrad zu nehmen ist nicht empfehlenswert.

Um Belgrad nehmen wir die Umfahrung, was aber eher einem Missverständnis zw. Olya und mir geschuldet ist. Eigentlich wollten wir die Autobahn direkt durch Belgrad nehmen – solange man die rush hour meidet, ist das unserer Meinung nach die bessere Strecke.

Im Süden von Belgrad angekommen beginnt eine hervorragende Autobahn – spiegelglatter Asphalt, wenig Verkehr: Nun purzeln die Kilometer. Da wir recht gut in der Zeit liegen, beschließen wir, Serbien diesmal links liegenzulassen. An Jagodina, wo wir letztes Jahr übernachtet haben, fahren wir vorbei – 16:00 ist uns zum Übernachten zu früh. Wir kalkulieren, dass wir Bulgarien noch am selben Tag schaffen müssten. Eine kurze Rast legen wir noch vor Nis ein, Olya versorgt den dortigen Straßenhund mit Futter.

Nach Bulgarien mit dem Womo

Bei Nis biegen wir in östlicher Richtung ab. Wir schlängeln uns entlang einer sehenswert schönen Schlucht des Nisava-Flusses, dann auf einer unfertigen Autobahn. Hier spielen lokale Autofahrer russisches Roulette – zuerst mal zum Überholen rausziehen, dann nachsehen, ob jemand kommt. Schließlich folgt noch eine Weile auf der Landstraße.

Die Einreise nach Bulgarien kostet uns wieder eine Stunde. Sorgfältig wird kontrolliert (sogar die Fahrzeugpapiere muss man vorweisen), und danach wartet auf uns eine Überraschung: Die Benutzung der bulgarischen Straßen erfordert generell eine Vignette. Darüber hatten wir uns nicht informiert. Selbst Schuld, aber kein Problem, wir fragen mal. Denken wir.

Leider spricht hier niemand Englisch, und die Bereitschaft zur Auskunft ist endenwollend. Mit Händen und Füßen (und viel Zeigen auf den Camper) kaufe ich eine Vignette. Ob’s die richtige ist – keine Ahnung.

(Mittlerweile konnte ich nachschlagen: Wohnmobile bis 3.5 Tonnen benötigen die gewöhnliche PKW-Vignette, und bezahlen ca. 8 Euro für 7 Tage. Wir haben somit die richtige Vignette erhalten. )

Übernachtung in Sarapeva Banya

Bis Sofia gelangen wir nun zügig, und wundern uns, dass es um 19:00 schon so dunkel wird. Wir haben wiedermal vergessen, dass wir die Zeitzone wechseln, es ist hier tatsächlich schon 20:00. Die Suche nach dem Übernachtungsplatz wird nun schwierig. Einen ruhigen Parkplatz am Rande eines kleinen Dorfs testen wir kurz an, aber kaum sitzen wir beim Abendessen, parkt hinter uns ein PKW mit 5 jungen Männern, die unseren Bus minutenlang vom Auto aus beobachten. Wir beschließen, lieber weiterzufahren. Morgens hatte ich noch schnell ein paar Campingplätze rausgesucht, die entsprechenden Koordinaten fahren wir nun an. Um 22:00 schaffen wir es schließlich zum Camping Verila in Sarapeva Banya.

Hier schlafen wir nun schließlich ausgezeichnet, nach einem Tag, in dem wir 1000km erledigt und 5 Länder besucht haben.

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