Warum ein Wohnmobil Mieten?

Wohnmobilreisen werden immer populärer, allerdings ist der Einstieg in dieser Art des Urlaubs mit einer Hürde verbunden: Die Anschaffungskosten eines neuen Wohnmobils sind so hoch, dass sogar Luxus-Flugreisen kurzfristig günstig erscheinen. Viele Einsteiger möchten auch diese Art des Reisens erstmal kennenlernen, bevor sie sich zum Kauf entschließen. Ein Wohnmobil zu mieten erlaubt dir einen flexiblen Einstieg.

Vorteile der Wohnmobil-Miete

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Wohnmobile zu mieten hat viele Vorteile. Hier sind einige davon:

Kostenvorteile der Wohnmobil-Miete

Zu allererst ist es schlichtweg günstiger, ein Wohnmobil zu mieten, als es zu kaufen (zumindest kurzfristig). Denk dabei nicht nur an den Kaufpreis!

  • Ein gemietetes Wohnmobil erlaubt dir, ohne große Gedanken über hohe Anschaffungsinvestitionen, laufende Kosten und dauerhaften Sinn des Unterfangens, in die Thematik einzusteigen. Die Ausgaben sind überschaubar – wenn auch selten wirklich günstig.
  • Das Miet-Wohnmobil muss nur dann bezahlt werden, wenn es auch genutzt wird. Du ersparst dir laufende Kosten, Versicherung, Steuer, Wartung, Reparaturen, Reifen, neue Batterien, etc.
  • Das Miet-Wohnmobil ist nur dann deines, wenn du auch im Urlaub bist. Um Unterstand und Einstellmöglichkeiten (und deren Kosten) außerhalb der Saison musst du dir keine Gedanken machen.

Bequemlichkeit & Komfort von Miet-Wohnmobilen

Nicht nur Geld kannst du dir beim Wohnmobil-Mieten sparen – auch Schwierigkeiten:

  • Du hast immer ein relativ neues Fahrzeug.
  • Da Miet-Wohnmobile immer recht neu sind, hast du unterwegs kaum Defekte zu erwarten.

Flexibilitätsvorteile der Wohnmobil-Miete

Zu guter Letzt erfordert die Wohnmobil-Miete auch weniger Commitment. Während die meisten Wohnmobil-Besitzer einen Großteil ihrer Urlaube damit verbringen, sind Mietmobil-Fahrer flexibel:

  • Willst du nur gelegentlich mit einem Wohnmobil reisen, oder aber Womo-Reisen auf anderen Kontinenten machen, so ist ein gemietes Wohnmobil eigentlich deine beste, oder sogar einzige Option (außer, du hast sehr viel Zeit, und kannst dein eigenes Fahrzeug z.B. verschiffen).
  • Auch bei Kauf-Interesse können viele Mobile auch erstmal gemietet werden, um sicherzugehen, dass man das richtige Modell gewählt hat.

Nachteile von Miet-Wohnmobilen

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Kein Licht ohne Schatten. Natürlich hat es nicht nur Vorteile, ein Wohnmobil zu mieten anstatt zu kaufen.

Hier einige Nachteile, die du bedenken solltest:

Mangelnde Spontanität bei der Wohnmobil-Miete

  • Du kannst nicht einfach so losfahren. Vor dem Urlaubsbeginn steht die Übergabe. Mit Vertragsunterzeichnung, Durchsicht, Übergabe können schon mal einige Stunden vergehen, und danach hast du ein leeres Fahrzeug, das du erstmal befüllen musst. Ein ausgiebiger Stopp beim nächsten Supermarkt ist ein Muss. Im eigenen Mobil hast du hingegen schon das meiste im Fahrzeug, und kannst rasch aufbrechen.
  • Viele Vermieter setzen (v.a. in der Hochsaison) eine Mindest-Mietdauer voraus. Das bedeutet, dass du nicht so einfach mit dem Wohnmobil ins verlängerte Wochenende starten kannst.
  • Miet-Mobile werden selten zu dir nach Hause geliefert. Wenn du das Mobil erstmal abholen musst, und der Vermieter u.U. nicht um die Ecke liegt, vergeht auch hier einige Zeit vor dem Urlaubsbeginn. Dasselbe Prozedere folgt dann auch bei der Rückgabe.

Relativ hohe Kosten der Wohnmobil-Miete

  • Die Tages-Preise von Miet-Wohnmobilen sind durchaus nicht niedrig. Verglichen mit günstigen Pensionen kann eine Miet-Wohnmobilreise unattraktiv erscheinen. Doch bedenke, dass du hier gleichzeitig Mietauto als auch Unterkunft mietest – und schlussendlich nicht ohne Grund, diese Art zu reisen gewählt hast. Und wenn du die Miete mit allen Kosten, die zum Besitz eines Womos gehören vergleichst, wird der Preis weniger hoch erscheinen.
  • Zu einer Wohnmobilreise gehört einiges an Zubehör. Manche Vermieter übergeben Miet-Reisemobile vollständig ausgestattet – bei anderen kostet dies extra, oder du musst deine eigenen Utensilien mitbringen.

Du bist im Miet-Wohnmobil nicht ganz zuhause

  • Es ist nicht dein Mobil. Du wirst einige Dinge erst suchen und finden müssen, dich an andere gewöhnen müssen. Verbessern („hier sollte ich mal einen Haken montieren“) darfst du natürlich nichts.

Ein Wohnmobil mieten: Was kostet das?

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Ein Wohnmobil zu mieten ist nicht ganz so einfach wie beim Leihwagen.

Zu allererst gibt es natürlich eine Miet-Gebühr des Vermieters, die Grundmiete. Diese ist eine Art Benutzungsgebühr für die Überlassung des Fahrzeugs an sich. Ihre Höhe richtet sich nach Fahrzeugklasse, Wohnmobil-Größe und Saison. Zu den Hauptreisezeiten musst du mit höheren Kosten rechnen.

Achtung: Kreative Gebühren!

Je nach Vermieter sind nun verschiedene Gebühren bereits in der Grundmiete enthalten – einige Vermieter sind aber recht kreativ bei der Erfindung von Zusatzgebühren. Hier solltest du unbedingt Angebote vergleichen und bei Unklarheiten auch nachfragen.

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Zusatzkosten der Wohnmobil-Miete

Zwar keine Kosten, aber Geld, das du erstmal auslegen musst, stellt die Kaution dar. Diese wird für den Fall von Beschädigungen einbehalten. €1000 Euro sind nicht unüblich, und dienen oft auch als Selbstbehalt der Versicherung.

  • Übliche weitere Kosten kommen für eine Endreinigung auf dich zu. Diese ist normalerweise einmalig zu bezahlen, d.h. egal ob du für 2 Tage mietest, oder 4 Wochen. Manche Vermieter gestatten dir auch, diese Reinigung selbst durchzuführen – andere splitten Reinigungsposten noch in weitere Komponenten auf (siehe Beispiel oben).
  • Ein wichtiges Thema ist natürlich die Versicherung. Normalerweise wird dir kein Wohnmobil-Vermieter ein Fahrzeug ohne ausreichenden Versicherungsschutz anbieten. Der Teufel liegt aber im Detail – oft sind gewisse Arten von Schäden nicht abgedeckt (Reifen, Steinschläge, usw.)
  • Kläre unbedingt auch ab, wieviele Kilometer in der Miete enthalten sind. Diese sind oft begrenzt – für Zusatzkilometer, kommen Zusatzkosten auf dich zu. Angegeben werden Freikilometer oft in Kilometer pro Miet-Tag. Wenn du vorab weißt, dass du eine größere Reise planst, lohnt sich das Verhandeln einer passenden Pauschale.

Zusatzkosten für Ausstattung und Zubehör

  • Willst du nicht aus der Konservenbüchse essen, benötigst du Campinggeschirr. Du kannst natürlich dein eigenes mitbringen – aber wenn du kein Wohnmobil hast, hast du evtl. auch kein Camping-Geschirr. Dein Vermieter überlässt dir gerne seines – hierfür verlangen viele Vermieter eine Pauschale.
  • Ähnliche Pauschalen gibt es für Camping-Möbel, damit du dich auch außerhalb des Fahrzeugs aufhalten kannst.

Reisekosten

  • Zusätzlich zu den oben angeführten Kosten musst du logischerweise noch Treibstoff bezahlen. Ein Wohnmobil verbraucht (je nach Klasse/Größe) üblicherweise zwischen 9 und 15l Diesel auf 100km. Bei größeren Reisen wird dies daher zu einem relevanten Budget-Posten.
  • Ebenso in deiner eigenen Verantwortung liegen Kosten für Stellplätze, Campingplätze, Park- und Mautgebühren, sowie klarerweise deine Verpflegung.

 

Beispiel für eine Wohnmobil-Miete

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Gehen wir doch ein kleines Beispiel durch. Hier die Kalkulation eines Vermieters für 16 Tage:

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Um €2.310 Euro bekommt man einen Kastenwagen für 16 Tage (wovon 6 in die Hauptsaison, 10 in die Nachsaison fallen), plus dessen Endreinigung. Hat man keine eigene Ausrüstung, so fallen nochmal €144 für Campingstühle, Campingtisch und Campinggeschirr an. Um die Gasfüllung um €38 kommt man ebenfalls kaum herum.

Nehmen wir an, wir planen eine Reise zu zweit nach Griechenland. Am Landweg werden wir in etwa 4500km zurücklegen, und haben damit immerhin keine Mehrkosten zu befürchten: 5600 Freikilometer genügen. Bei angenommenen 11l Verbrauch auf 100km müssen wir allerdings mit Dieselkosten von €550 sowie Mautgebühren in der Höhe von €100 rechnen.

Griechenland erspart uns zumindest massive Verpflegungskosten – mit €600 Euro können wir täglich ins Restaurant gehen, tagsüber verpflegen wir uns selbst.

Als besonders gesetzestreue Camper schlafen wir in diesem Beispiel jede Nacht am Campingplatz, was nochmal mind. €300 erfordert.

Wir gelangen nun bei Gesamtreisekosten von €4.000 an.  Auslegen musst du allerdings noch zusätzlich die €1.000 Kaution.

€2.310 Mietgebühren
€144 Zubehör
€38 Gas
€650 Diesel und Maut
€600 Verpflegung
€300 Campingplatz
———————————
€4.000 Gesamtkosten

Kein Schnäppchen, aber auch weit weg von der Anschaffung desselben Fahrzeugs. Dennoch fangen an diesem Punkt viele Womo-Interessierte zu überlegen an: Nach 2-3 maliger Miete wäre ja immerhin ein älterer Camping-Bus durchaus im Bereich des Möglichen.

Was du vor der Wohnmobil-Miete klären solltest

  • Was tun bei Pannen? (Welcher Pannendienst muss gerufen werden?)
  • Was tun bei Unfällen? Wer muss informiert, was muss gemeldet werden?
  • Was passiert, wenn keine rasche Reparatur möglich ist? Bekommst du ein Ersatzfahrzeug? Bezahlst du trotzdem Miet-Tagessätze, wenn das Fahrzeug 3 Tage in einer Werkstatt wartet?
  • Wer trägt Rücktransport/Umbuchungs-Kosten?
  • Was tun, wenn man sich verspätet? (Fähre versäumt?) Hier werden oft empfindliche „Strafgebühren“ eingehoben.
  • Stornierungsbedingungen? Was, wenn du krank wirst? Viele Vermieter bestehen hier auf einem Großteil ihres Geldes.
  • Was passiert, wenn der Vermieter nicht liefern kann, weil das Fahrzeug z.B. vom Vormieter beschädigt wurde?