Dein Urlaub im Miet-Wohnmobil steht bevor? Dann freust du dich sicherlich schon auf die Unabhängigkeit, die dir eine Reise im Wohnmobil bietet. Vielleicht stellst du dir bereits vor, wie du am Strand vor deinem Wohnmobil beim Abendessen sitzt. Nicht auf die Öffnungszeiten von Restaurants angewiesen zu sein, zählt zu den vielen Vorteilen des Wohnmobil-Urlaubs. Doch bevor du dich selbst versorgen kannst und die Wohnmobil-Küche einsetzbar ist, musst du einige Vorbereitungen treffen.

 

Die Küche im Wohnmobil verwenden

Es gibt Wohnmobil-Reisende, die jede Mahlzeit selbst zubereiten. Andere wiederum beschränken sich auf Kaffee und Müsli am Morgen. Egal, wie dein bevorzugtes Nutzungs-Szenario aussieht: Die Wohnmobil-Küche hast du immer dabei, was dir unglaubliche Flexibilität beschert. Du kannst frühstücken, wann du möchtest, oder dir eine vollständige Mahlzeit zubereiten, falls dir kein Restaurant zusagt. Auch Vegetarier können so endlich  Länder bereisen, in denen sie sich bislang nur durch die Beilagen-Menüs essen konnten.

Grundsätzlich gestaltet sich die Benutzung der Wohnmobil-Küche nicht wesentlich anders jene der Küche zuhause. Aufgrund des verminderten Platzangebots sowie der eingeschränkten Ausstattung gibt es im Detail aber Unterschiede.

Bestandteile der Wohnmobil-Küche

Eine Wohnmobilküche ist (von Luxus-Wohnmobilen abgesehen) natürlich nicht mit derselben Ausstattung versehen, wie deine Küche zuhause. Geschirrspüler, Backofen und Kaffee-Vollautomat darfst du meist nicht erwarten.

Eine typische Wohnmobil-Küche umfasst:

  • Einen Gasherd mit zumeist zwei bis drei Flammen
  • Eine Spüle
  • Einen Kühlschrank
  • Staufächer für Lebensmittel und Geschirr

Der Kühlschrank in der Wohnmobil-Küche

Ein Wohnmobil-Kühlschrank ist vergleichsweise klein. Du kannst daher einerseits immer nur kleine Mengen verderblicher Lebensmittel kaufen, und musst außerdem daran denken, deine Vorräte immer wieder zu erneuern.

Auch die Leistung eines Wohnmobil-Kühlschranks ist verhältnismäßig gering. Zwar kann er zumeist problemlos eine erreichte Temperatur halten. Warme Lebensmittel herunterzukühlen, kann aber sehr lange dauern.

Vor der Abreise ist es daher sinnvoll, den Wohnmobil-Kühlschrank

  • frühzeitig (mehrere Stunden vor Abfahrt) mit Landstrom herunterzukühlen und
  • ihn mit bereits kalten Lebensmitteln zu befüllen. (zum Beispiel aus dem Kühlregal des Supermarkts oder dem Kühlschrank zuhause)

Während der Reise sollte der Kühlschrank ständig laufen. Je nach Kühlschrank-Technologie kann es notwendig sein, zwischen Betriebsmodi zu wechseln.

Überprüfe, welche Art von Kühlschrank in deinem Wohnmobil verbaut ist. Handelt es sich um einen Absorberkühlschrank, so kannst du diesen mit Gas und Strom betreiben. Unterwegs läuft ein Absorberkühlschrank meist im 12-Volt-Betrieb, im Stand dann mit Gas oder Landstrom. Willst du autark (ohne Landstrom-Versorgung) campen, so musst du einen ausreichend großen Gasvorrat mitnehmen, da der Elektro-Betrieb ohne laufenden Motor ohne Landstrom nicht möglich ist. Mit einer 11 Kg-Gasflasche ist normalerweise ein mehrwöchiger Betrieb eines Absorberkühlschranks möglich.

Hast du hingegen ein Wohnmobil mit Kompressorkühlschrank erhalten, so musst du dafür keinen Gasvorrat mitnehmen, da ein solcher Kühlschrank nur mit Strom betrieben werden kann. Achte hier aber auf den Ladezustand und die Anzahl deiner Batterien. Ohne Landstrom und Solaranlage ist der Betrieb oft nur wenige Tage möglich.

Kochen mit Gas

Ein Gaskocher ist sehr einfach zu benutzen:

  • Gas-Hauptventil aufdrehen, und
  • eine Gasflamme entzünden (durch Gasanzünder oder integrierten Piezo-Zünder).
  • Du kannst die Gasflamme je nach Bedarf über Drehregler regulieren.

Dennoch solltest du bei der Benutzung einige Regeln beachten:

  • Achte auf einen ebenen Stellplatz, damit sich zum Beispiel Öl gleichmäßig in der Pfanne verteilt, und ein Topf mit kochendem Wasser nicht Gefahr läuft, abzurutschen! Aus Sicherheitsgründen ist natürlich auch eine Benutzung während der Fahrt ausgeschlossen.
  • Wie jede Flamme verbraucht ein Gaskocher Sauerstoff, daher muss für Frischluftzufuhr gesorgt werden. Keinesfalls darfst du mit der Gasflamme heizen!
  • Bevorzuge einfache Rezepte, die mit möglichst wenigen Töpfen und Zutaten auskommen!
  • Nach getaner Arbeit versichere dich, dass die Gaszufuhr wieder abgedreht wurde!

Frischwasser in der Wohnmobil-Küche

Das Wasser aus der Leitung kommt aus deinem Wassertank. Dieser umfasst meist 80 bis 120 Liter. Dank dieser Wasserversorgung musst du nicht von Papp-Tellern essen, sondern kannst den Abwasch direkt im Wohnmobil erledigen. Doch Achtung: Hundert Liter Wasser können bei Unachtsamkeit sehr schnell verbraucht werden. (Der tägliche Wasserverbrauch ist in vielen Industrieländern weit höher als hundert Liter pro Person)

Du musst daher deinen Wasserverbrauch im Auge behalten (dabei helfen dir Füllstands-Anzeigen im Wohnmobil), sparsam mit dem Wasser umgehen, und rechtzeitig den Wasservorrat erneuern.

Je nachdem wie sauber dein Frischwassertank ist, und woher das Wasser darin stammt, solltest du vom Trinken des Wassers absehen, und dafür lieber Flaschenwasser verwenden.

Geschirrspülen im Wohnmobil

Du weißt natürlich, wie man den Abwasch in der Küche erledigt. Allerdings musst du im Wohnmobil mit eingeschränktem Platz zurechtkommen.

  • Du hast im Wohnmobil meist nur ein Spülbecken zur Verfügung
  • Du hast wenig Ablagefläche für nasses Geschirr
  • Gleichzeitig ist dein Wasservorrat beschränkt

Für den Abwasch solltest du dir daher eine geeignete Strategie überlegen. Wenn sich das Geschirr bereits in großen Mengen stapelt, wirst du Schwierigkeiten haben, das gesamte Geschirr zuerst mit Spülmittel zu waschen, dann zu spülen und dann zu trocknen. Bitte deine Mitreisenden, eine Kette zu bilden, sodass jedes Stück Geschirr, das du wäschst, sofort getrocknet und verstaut wird!

Gewöhne dir generell an, Geschirr in kleinen Mengen möglichst sofort abzuwaschen. Dies verringert nicht nur das Platzproblem beim Abwasch, sondern verhindert auch das Ankleben von Essensresten und spart so Arbeit, Wasser und Spülmittel. Du solltest beim Camping außerdem auf umweltfreundliches Spülmittel achten!

Beim Abwasch solltest du darauf achten, möglichst keine Essensreste wegzuspülen. Die dünnen Leitungen und Rohre im Wohnmobil vertragen nicht die gleiche Behandlung wie deine Hausinstallation. Eine Verstopfung kann zu kostspieligen Schäden führen und dein Urlaubserlebnis beeinträchtigen.

Wohin mit dem Abwasser?

Dein verbrauchtes und schmutziges Wasser wird in einem Abwassertank gesammelt. Bevor dein Abwassertank voll ist, musst du ihn an dafür vorgesehenen  Entsorgungsstationen (am Campingplatz oder zum Beispiel an Tankstellen) entleeren. Anzeigen im Inneren des Wohnmobils zeigen dir den Füllgrad des Abwassertanks an. Entleerst du den Abwassertank nicht rechtzeitig, so entwickeln sich (vor allem im Sommer) schnell unangenehme Gerüche.

Müll in der Wohnmobil-Küche

Beim Kochen entsteht natürlich auch Abfall. Im Wohnmobil lebst du sehr nah an diesem. Deshalb ist es wichtig, dass du

  • Einen verschließbaren Müllbehälter benutzt, der möglichst wenig Gerüche nach außen lässt
  • Und den Müll möglichst häufig entsorgst (natürlich nur in dafür vorgesehene Container!)

Außerdem ist auch der Mülleimer kleiner als zuhause. Deshalb, sowie  im Sinne der Nachhaltigkeit solltest du bereits beim Einkauf darauf achten, Produkte mit möglichst wenig Verpackungsmaterial zu kaufen.

Nützliche Utensilien für die Wohnmobil-Küche

Erfahrene Wohnmobil-Reisende optimieren ihre Ausrüstung meist über viele Reisen hinweg. Als Mieter solltest du mit einer Checkliste starten. So hast du gleich auf Anhieb alles dabei, was du benötigst.

Kläre mit dem Vermieter ab, was sich bereits im Wohnmobil befindet:

  • Manche Miet-Wohnmobile sind bereits mit den Basics (Teller, Besteck, …) ausgestattet.
  • Andere Vermieter stellen dir das Wohnmobil leer zur Verfügung und verlangen für die Camping-Utensilien zumindest einen Aufpreis.

In der Wohnmobil-Küche sollte zumindest folgendes Zubehör vorhanden sein:

  • Kochtopf und Pfanne
  • Teller und Trinkgläser
  • Besteck, Kochmesser, Pfannenwender, Schöpfkelle
  • Schneidbretter
  • Espressokocher / French-Press für den Kaffee im Wohnmobil
  • Spülmittel, Lappen, Geschirrtücher und Müllbeutel
  • Feuerzeug (für Kerzen usw.) sowie Gasanzünder
  • Dosenöffner, Korkenzieher und Flaschenöffner

Lebensmittel in der Wohnmobil-Küche

Im Wohnmobil hast du erstens nur beschränkten Stauraum, und zweitens einen kleinen Kühlschrank zur Verfügung. Zutaten solltest du möglichst frisch vom Markt kaufen. (Gerade in südlichen Ländern ist das ein Erlebnis!)

Haltbare Lebensmittel

Für Beilagen und den kleinen Snack für zwischendurch (oder wenn der Supermarkt nicht mehr geöffnet hat) kannst du folgendes einpacken:

  • Reis, Couscous, Nudeln und Hülsenfrüchte
  • Konserven und Knäckebrot
  • Pfeffer, Salz, Kräuter, Gewürze, Suppenwürfel, Essig und Öl
  • H-Milch, Säfte, ggf. Wein
  • Kaffee / Tee

Übertreibe es dabei aber nicht – im Urlaub will man schließlich auch lokale Spezialtäten kosten.

Vergiss auch nicht auf Trinkwasser. Leitungswasser ist vor allem im Süden nicht immer einwandfrei genießbar. Du bist daher auf Flaschenwasser angewiesen. Gerade wenn du Sport machst oder es sehr heiß ist, solltest du immer genügend Trinkwasser mitführen. Aufgrund des hohen Gewichts und des Platzbedarfs empfiehlt es sich aber, lieber öfters einzukaufen, als den gesamten Stauraum mit Wasserflaschen zu belegen.

Verderbliche Lebensmittel

Die folgenden Lebensmittel kaufst du am Besten möglichst frisch und lagerst den Einkauf bis zur baldigen Verarbeitung im Kühlschrank:

  • Butter,
  • frische Milch,
  • Wurst,
  • Käse und
  • vor allem Fleisch

Bedenke bereits beim Einkaufen, wie viel Platz dir tatsächlich im Wohnmobil-Kühlschrank zur Verfügung steht.

Die Wohnmobil-Küche für die Reise bereitmachen

Bevor du dich  wieder auf den Weg machst, musst du die Küche  für die Reise vorbereiten:

  • Verstaue alle beweglichen Gegenstände (wie Teller und Gläser) wieder in ihren Staufächern. Insbesondere Messer und andere, spitze Gegenstände können bei einem Bremsmanöver zum gefährlichen Wurfgeschoss werden.
  • Verriegle alle Schubladen, Staufächer und die Kühlschranktür! Ein über den ganzen Womo-Boden verteilter Kühlschrankinhalt ist zwar ein Klassiker, macht aber nicht wirklich Spaß.
  • Drehe die Gaszufuhr ab!
  • Bei Wohnmobilen ohne Siphon in der Abwasserleitung empfiehlt es sich, die Abflussöffnungen zu verschließen, um einer Geruchsbelästigung unterwegs vorzubeugen.

Fazit

Die Wohnmobil-Küche erlaubt dir, völlig unabhängig von Frühstücksbuffets, Restaurant-Öffnungszeiten und Dress-Codes bequem im Wohnmobil Essen zuzubereiten. Ob kleiner Snack oder mehrgängiges Menü – alles ist möglich. Die Einhaltung einiger Grundregeln genügt, um unterwegs genauso gut kochen zu können, wie zuhause.