Im August 2016 besuchten wir erstmals die griechische Insel Limnos mit dem Wohnmobil. Es gefiel uns so gut, dass wir im Mai 2017 bereits das nächste mal kamen. Wer ein noch sehr ursprüngliches Griechenland mit viel Natur, Ruhe und Herzlichkeit sucht, wird hier fündig. Wer Animation und Unterhaltung benötigt, ist auf Limnos definitiv falsch.

Lage und Anreise nach Limnos

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Limnos liegt in der Nord-Ägäis. Wer Limnos mit dem Wohnmobil besuchen möchte, erreicht die Insel am Einfachsten von der nordgriechischen Hafenstadt Kavala aus. (Finde heraus, wie du Kavala am Besten am Landweg erreichst). Eine vierstündige Fähr-Überfahrt später betritt man bereits die Insel. Aufgrund der kurzen Überfahrt ist eine Kabine nicht notwendig. Die Fähre bietet die üblichen Selbstbedienungs-Restaurants und Bars, um sich die Zeit zu vertreiben.

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Tipp: Wer im Sommer die Überfahrt am Außendeck genießen möchte, sollte eine Picknickdecke und evtl. Pölster mitnehmen. An den Ölflecken, die die Decke danach hat, sollte man sich jedoch nicht stören.

Eine Reservierung der Fähre vorab ist nicht unbedingt notwendig. Wir haben bei beiden Besuchen problemlos Tickets bekommen. Garantie dafür gibt es natürlich keine (insbesondere in der Hochsaison). Eine Buchung vorab über die Website ist für Camper leider nicht möglich (die passende Fahrzeugkategorie kann nicht ausgewählt werden).

Es ist empfehlenswert, mind. eine halbe Stunde vor Abfahrt  im Hafen zu sein und bereits Tickets gekauft zu haben. Bei wenig Betrieb beginnt das Beladen auch schonmal  45 Minuten vor Abfahrt. Verspätungen sind in Griechenland natürlich auch immer möglich.

Achtung: Vergiss nicht, dass in Griechenland die Uhren eine Stunde vorgehen, und die Abfahrtszeit der Fähre natürlich in griechischer Zeit angegeben ist.

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Eine Fähre nach Limnos Finden

Zum Finden deiner Fährverbindung benutzt du am Besten direkt die Website von HellenicSeaways. Die Webseiten der diversen Drittanbieter sind meistens nicht aktuell oder verlässlich genug.

Überfahrten gibt es in etwa alle zwei Tage. Die Fährlinie läuft (ggf. saisonal unterschiedlich) auch weitere Häfen (Lesbos, Chios, Vathi, Patmos, Mykonos, Syros, Piräus) an, weshalb sich Limnos auch als Zwischenstopp eignet.

Camping auf Limnos mit dem Wohnmobil

Wie auf vielen griechischen Inseln sind offizielle Campingplätze Mangelware. In der Hauptstadt Myrina gibt es zwar einen solchen, da dieser aber fernab der Surfspots liegt, haben wir ihn nicht getestet.

Freistehen ist auf der Insel zwar noch teilweise toleriert, bitte achte aber daruf, deinen Müll wieder mitzunehmen (Anleitung zum Wildcamping gesucht?). An den Hotspots tummeln sich bereits soviele Wohnmobile, dass sie den Anrainern ein Dorn im Auge geworden sind.

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An den Surfspots entstehen nach und nach offizielle Angebote. Luxus darfst du hier nicht erwarten, aber autarke Wohnmobile haben kein Problem.

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Militärsperrgebiete auf Limnos

Nicht unerwähnt bleiben soll die Tatsache, dass Limnos militärisch genutzt wird. Größere Teile der Insel können nicht betreten werden, weil es sich um militärische Sperrgebiete handelt. Das ist weiter nicht tragisch, schränkt aber die Bewegungsfreiheit für Wanderer und Mountainbiker (und Wohnmobile) etwas ein. Ebenfalls an der Tagesordnung sind Überflüge von Abfangjägern. Angeblich machen sich Türken und Griechen einen Sport daraus, gegenseitig den Luftraum zu verletzen.

Essen auf Limnos

Limnos bietet für wenig Geld ausgezeichnete, griechische Gerichte und Fisch. Fisch ist allerdings, wie mittlerweile überall, relativ teuer und verdoppelt schonmal schnell eine Restaurantrechnung. Immerhin wird er aber (angeblich) noch lokal gefangen.

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Die Preise um die Hauptstadt sind generell höher als im Norden oder Osten der Insel.

Unbedingt probieren solltest du das Huhn mit Flomaria (einer speziellen Pasta-Sorte aus Limnos). Dazu trinkst du am besten einen lokalen Wein wie Lagopati.

Absolut empfehlenswert ist auch die Taverne am Ostende des Gomati Beach. Grandiose Aussicht und ursprüngliche, griechische Gastfreundschaft, gepaart mit tollem Essen sorgen für gelungene Abende.

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Der beste Kaffee auf Limnos: Pezoula Café

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Für den besten Kaffee der Insel fährst du am Besten nach Moudros. Alexandros Alexandrou betreibt hier mit seiner Familie das Pezoula Café. Hier werden ausschließlich die frischesten, lokalen Zutaten (zum guten Teil aus eigener Produktion) zu köstlichen Gerichten und Desserts verarbeitet.

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Ob Frühstück oder Mahlzeit mittags oder abends, hier lässt es sich aushalten. Als Gründer von Taste Lemnos und Buchautor kennt Alexandros alle lokalen Spezialitäten und kann auch Ausflüge und Aktivitäten organisieren.

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Aktiv auf Limnos

Natürlich kann man auf Limnos auch nur am Strand liegen – doch eigentlich ist es dafür viel zu schade. Wirklich auf ihre Kosten kommen hier Aktivurlauber, insbesondere Wassersportler.

Wind- und Kitesurfen auf Limnos

Viele Limnos-Besucher kommen zum Wind- und/oder Kitesurfen.

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Der Hauptspot hierfür ist Keros beach, der im Norden absolutes Flachwasser bei side-offshore-Wind bietet. Am südlichen Ende der Bucht findet sich ein Wellen-Spot, allerdings mit auflandigem Wind.

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Die Surfstationen konzentrieren sich ausschließlich auf den nördlichen Teil der Bucht. Konnte man bislang noch frei am Strand stehen, so haben mittlerweile zuviele Camper die Insel entdeckt. Es gibt Polizeikontrollen und Androhung von Strafe, aber mittlerweile auch mehrere legale Stellplätze für Wohnmobile mit (minimalem) Komfort. Leider sind diese nicht mehr direkt am Strand – dort geht nämlich der Platz aus. 2017 entsteht eine neue Surfschule, und auch die bereits bestehenden expandieren.

Der Strand ist sandig – man muss sich also darauf einstellen, dass man den Sand am Ende des Urlaubs kiloweise wieder mitnimmt, er findet sich (auch dank Wind) in jeder Ecke des Wohnmobils. Außerdem wird viel Seegras angeschwemmt, das während der Saison immer wieder gesammelt und weggeräumt werden muss. Wer also zu Beginn oder am Ende der Saison eintrifft, muss damit rechnen, durch meterhohe Seegrasberge waten zu müssen.

Weitere Spots:

  • Gomati Beach: Wave-Spot für Könner. Allerdings bei weitem weniger windsicher als Keros.
  • Bucht von Kotsinas

Radfahren auf Limnos

Limnos ist es wert, per Fahrrad erkundet zu werden. Wenig Verkehr, grandiose Aussichten und im Frühjahr auch viele blühende Blumen. Aufgrund der vielen Schotterwege empfehlen sich breite Reifen. Ein Gravel-Bike wäre ideal. Mit dem Mountainbike lässt sich zwar alles befahren, da es keine schwierigen Strecken gibt ist es aber nicht notwendig. Ein Trekking-Bike genügt vollauf.

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Sightseeing auf Limnos

Hauptstadt Myrina und ihre byzantinische Festung, von der du einen grandiosen Rundumblick hast. Den Aufstieg solltest du frühmorgens oder abends in Angriff nehmen, da es tagsüber aufgrund der Hitze sehr anstrengend sein kann. Myrina bietet natürlich alle Annehmlichkeiten einer Hauptstadt – unzählige Restaurants und Bars laden zum Verweilen ein.

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Ifestia nahe Kontopuli bietet einblicke ins antike Griechenland mit Ausgrabungen eines Amphitheaters, eine Friedhofs und vielem mehr.

Poliochni – die angeblich älteste Siedlung Europas aus dem dritten Jahrtausend v.Chr.

Windmühlen in Kondias geben ein gutes Fotomotiv ab.

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Aliki-Salzsee – ein Paradies für Vogelbeobachter.

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Die Düne in der nähe von Gomati Beach ist eine sehenswerte Mini-Wüste mit eigenem Mikroklima. Die Anfahrt ist allerdings für größere Wohnmobile etwas abenteuerlich.

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Fazit

Limnos mit dem Wohnmobil ist immer eine Reise wert. Wer auf Campingplätze und Komfort Wert legt, ist hier allerdings falsch. Limnos bietet ein ursprüngliches Griechenland-Erlebnis mit viel Erholungspotential und herzlichen Bewohnern. Insbesondere Wassersportler kommen hier auf ihre Kosten. Ein autarkes Wohnmobil und geeignetes Verhalten als Camper ist allerdings Grundvoraussetzung.