Unser Leser Reiner R. plant, sich ein Wohnmobil aus Vermietung zu kaufen und hat uns nach unserer Meinung dazu gefragt. Wir haben leider keine praktische Erfahrung mit dem Kauf eines Mietfahrzeugs, aber wir haben über diese Variante bei der Anschaffung unseres neuen Kastenwagens natürlich auch nachgedacht.

Überlegungen zum Kauf eines Miet-Wohnmobils

Grundsätzlich schielt man zu den Miet-Wohnmobilen meist mit dem Gedanken an Kostenersparnis hin. Doch es gibt noch einige, weitere Faktoren, die man nicht außer Acht lassen sollte. Ein Miet-Wohnmobil ist zwar nicht mehr neu, andererseits ist das Alter meist kaum der Rede wert, und man bekommt ein erprobtes Fahrzeug. Die Kilometerleistung bewegt sich aufgrund der meist kurzen Miet-Saison in einem vertretbaren Bereich. Andererseits weiß man nicht, wie das Wohnmobil durch die Mieter behandelt wurde. Ein kaputtes Tür-Scharnier wurde zum Beispiel sicher vom Händler repariert, doch das Ergebnis vieler Vollgas-Fahrten mit kaltem Motor zeigen sich eventuell erst viel später.

Vorteile eines Wohnmobils aus Vermietung

  • Der Kauf aus Vermietung hat unbestreitbar Vorteile.
  • Das Wohnmobil ist zum Fixtermin verfügbar
  • Preisersparnis
  • Kinderkrankheiten sind bereits behoben

Fixer Liefertermin für Wohnmobile aus Vermietung

Aufgrund des großen Andrangs sind Verzögerungen bei der Auslieferung bei neuen Wohnmobilen aktuell wohl eher die Regel als die Ausnahme. Im Netz finden sich neben Berichten über harmlose Verzögerungen im Bereich von wenigen Wochen auch Horror-Stories, wo Wohnmobile ein Jahr zu spät geliefert werden. Dieses Problem hast du beim Kauf aus der Vermietung nicht. Dein Mobil ist schließlich bereits gebaut, und die Miet-Saison endet zu einem definierten Zeitpunkt. Es gibt daher so gut wie kein Potential für Verschiebungen.

Mit einem Wohnmobil aus Vermietung Geld sparen

Natürlich ist ein Miet-Wohnmobil nicht mehr neu. Daraus ergibt sich eine Preis-Ersparnis. Wie hoch diese ist, ist wie immer Verhandlungssache, und zudem davon abhängig, wie lange das Wohnmobil in Vermietung war.

Ein Wohnmobil aus Vermietung hat weniger Kinderkrankheiten

Ein großer Vorteil ist sicherlich der, dass bei einem Miet-Wohnmobil jegliche Kinderkrankheiten bereits im Verlauf der Saison ausgebügelt wurden. Schließlich kann der Händler/Vermieter das Mobil nicht wieder an die nächsten Kunden herausgeben, ohne aufgetretene Mängel zu reparieren. Und Mängel treten so gut wie bei jedem neuen Wohnmobil auf. Als Neuwagen-Käufer muss man jedes Mal selbst den Weg zum Händler antreten. Als Mietmobil-Käufer kann man sich das ersparen, und so kann ein gebrauchtes Wohnmobil sogar einem neuen Wohnmobil überlegen sein.

Nachteile eines Wohnmobils aus Vermietung

Kein Licht ohne Schatten, und so hat auch der Kauf eines Miet-Wohnmobils Nachteile. Zu diesen gehören:

  • Miet-Wohnmobile werden meist zu Saison-Ende verkauft
  • Lange Wartezeit nach Kauf-Entscheidung
  • Preis-Ersparnis oft nicht enorm
  • Kein Erstbesitz

Ein Wohnmobil aus Vermietung ist erst zu Saison-Ende verfügbar

Miet-Wohnmobile werden meist über eine Saison eingesetzt, und können dann zu Saison-Ende gekauft werden. Leider ist dann eben das schöne Wetter vorbei, und als Käufer kann man es dann nur mehr fürs Wintercamping nutzen. Schönwetter-Reisende müssen dann erstmal den Winter abwarten.

Für ein Mietwohnmobil musst du dich frühzeitig entscheiden

Zudem ist es in der derzeitigen Marktlage nicht so, dass man zu Saisonende zum Händler gehen kann, und dann günstig ein Mietmobil erwerben kann. Zu diesem Zeitpunkt sind so gut wie alle bereits vergeben. Der Zeitpunkt, sich dafür zu entscheiden, ist gezwungenermaßen im Frühjahr oder sogar schon im Winter, bevor das Fahrzeug überhaupt beim Händler steht.

Ein Miet-Wohnmobil ist nicht mehr neu

Nicht der Erstbesitzer zu sein, kann durchaus Nachteile haben. Sofern die Mieter pfleglich mit dem Wohnmobil umgegangen sind, und etwaige Defekte vom Händler behoben wurden, kann dir der Zweitbesitz solange egal sein, wie du das Mobil behältst. Beim Wiederverkauf musst du aber wohl mit einem Preisabschlag rechnen.

Zustand des Wohnmobils aus Vermietung: Ungewiss

Leider kannst du nicht unbedingt davon ausgehen, dass Mieter große Sorgfalt beim Umgang mit „deinem“ Mobil walten lassen. Viele sind unerfahren, probieren Camping mit dem Wohnmobil erstmals aus, und verwenden die Wohnmobil-Technik nicht richtig. Manche Mieter haben – leider – die Einstellung, dass man auf gemietete Fahrzeuge nicht aufpassen muss. Gerade neue Fahrzeug sollten ja sanft eingefahren werden. Die Kombination aus unerfahrenen Mietern, die eventuell noch nie ein so großes Fahrzeug gefahren sind, und einem nicht-eingefahrenen Motor, der aus mangelnder Erfahrung nun ständig 100% leisten muss, ist nicht ideal. Wie das Fahrzeug tatsächlich behandelt wurde, weißt du als Käufer letztendlich nicht, und daraus resultierende Verschleißerscheinungen können sich erst viel später zeigen.

Die Preis-Ersparnis beim Miet-Wohnmobil ist oft zudem nicht so groß, wie erhofft. Doch dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Preise vergleichen

Wichtig ist beim Kauf eines Miet-Wohnmobils, die Preise zu vergleichen.

Das Angebot fürs Miet-Wohnmobil darf natürlich nicht mit dem Listenpreis verglichen werden. Du solltest dafür stattdessen ein fertig verhandeltes Vergleichsangebot für das gleiche Neufahrzeug verwenden. Nur dann weißt du, was du durch den Kauf eines Mietfahrzeugs tatsächlich sparst. Manchmal ist die Ersparnis überraschend gering.

Eventuell musst du für ein Vergleichsangebot zu einem anderen Händler gehen. Andernfalls möchte dich dein Händler vielleicht in die eine oder andere Richtung beeinflussen.

Mit dem Händler Konditionen vereinbaren

Kooperative Händler sind sicher auch bereit, ein Fahrzeug nach deiner Spezifikation zu bestellen, und dir dieses dann nach einer Miet-Saison zu verkaufen. Damit hast du genau dein gewünschtes Fahrzeug zu einem günstigen Preis. Allerdings erhöht sich damit auch die Wartezeit eklatant. Zusätzlich zu einer vollen Miet-Saison musst du außerdem Fertigung und Lieferung des neuen Wohnmobils abwarten.

Mit dem Händler solltest du auf alle Fälle

  • den erwarteten Zustand des Miet-Wohnmobils
  • den erwarteten/maximalen Kilometerstand

vereinbaren. Alles darüber hinaus (Einbau von Zubehör usw.) unterscheidet sich nicht von der sonstigen Verhandlung beim Wohnmobil-Kauf.

Grundsätzlich solltest du weniger auf einen auf 100km genauen Kilometerstand pochen, als vielmehr den Gesamtzustand des Wohnmobils bewerten. 5000km sind bei gutem Umgang mit dem Fahrzeug völlig bedeutungslos. Andersrum können 5000km genügen, um zu teuren Folgeschäden zu führen.

Fazit

Vor allem für jene, die Gewissheit über den Lieferzeitpunkt ihres Wohnmobils haben möchten, und dafür eine Saison Wartezeit in Kauf nehmen, kann der Kauf eines Miet-Wohnmobils eine günstige Option sein. Wenn du zum Beispiel bereits ein Wohnmobil hast, kannst du dieses ja einfach behalten, bis du das neue bekommst. Die Vor- und Nachteile muss natürlich jeder für sich abwiegen. Dabei spielt sicherlich auch das Vertrauen in den Vermieter/Händler eine große Rolle, denn schließlich möchte man ein neuwertiges Wohnmobil erhalten. Der größte Beweggrund ist jedoch meist die mögliche Preisersparnis, die man im Detail aber durch Vergleichen genau bewerten sollte.

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