Relativ spontan, nämlich zwei Wochen vor Start, entschlossen wir uns zu einem Besuch der Messe Photo+Adventure in Wien. Laut Beschreibung versteht sich die Photo+Adventure nicht nur als Messe, sondern auch als Festival rund um die Themen Foto/Video, Outdoor und Reisen. Das klang spannend, und schien zu uns zu passen. So richtig konnten wir uns darunter aber nichts vorstellen. Daher konnte es nur eine Devise geben: Einfach ausprobieren!

Fakten zur Messe

Die „Österreichische Version der photokina“ wird bereits seit 2004 abgehalten, und hat sich mittlerweile als vielfältige Messe zum Thema Reise/Outdoor/Fotografie etabliert. Mittlerweile findet sie nach einigen Intervall- und Standortwechseln jährlich in Wien statt (heuer in der Halle B der Messe Wien).

Termine

Die Termine für 2018 waren der 24. und 25. November, und wir waren an beiden Tagen vor Ort.

Gleich vormerken: 2019 liegt der Termin etwas früher, nämlich am 9. und 10. November 2019.

Anreise

Ursprünglich wollten wir ja standesgemäß im Kastenwagen anreisen und dabei gleich den Reisemobil-Stellplatz Wien testen. Doch eine Stunde Fahrzeit von dort zur Messe laut google maps legte uns stattdessen eine Anreise direkt aus Graz nahe.

Da wir zwei Tage bleiben wollten, quartierten wir uns im Courtyard by Marriot ein. Dieses Hotel liegt wirklich direkt neben der Messe. Da man (per Armband als Messebesucher gekennzeichnet) die Messe auch beliebig oft verlassen und wieder betreten kann, ist das natürlich sehr bequem.

Messe Wien: Photo+Adventure

Ausblick aus unserem Zimmer im Courtyard by Marriot auf die Messe Wien sowie Wien im Nebel

Kosten der Photo+Adventure

Die Tageskarte der Photo+Adventure kostete 2018 €16,50, war im Online-Vorverkauf aber günstiger zu bekommen.

Seminare/Workshops müssen separat (kostenpflichtig) gebucht werden. Fairerweise ist dazu kein Messe-Eintritt erforderlich. Wer also nur einen Workshop besuchen möchte, muss nur die Workshop-Kosten bezahlen. Die kostenpflichtigen Veranstaltungen unterscheiden sich preislich je nach Umfang. Ich selbst habe für drei Seminare etwa €90 bezahlt.

Was bietet die Photo+Adventure

Im Grunde lässt sich das Angebot der Messe in drei Gruppen einteilen:

  • Foto-Ausstellungen, wo eben Fotos ausgestellt werden
  • Die Aussteller-Halle mit Fotohändlern, Kamera/Video-Herstellern, Foto-Zubehör, Reise-Anbietern und Reise-Destinationen samt zugehöriger Live-Bühnen
  • Schulungen in Form von Seminaren, Workshops, Live Shootings

Doch dazu gleich mehr.

Foto-Ausstellungen auf der Photo+Adventure 2018

Ganze achtzehn (!) Foto-Ausstellungen werden ab dem Eingangsbereich aufgeboten. Da ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Wir müssen zugeben, dass wir dafür diesmal keine Zeit fanden und daher nicht viel mehr dazu sagen können. Vielleicht nächstes Jahr!

Die Messe-Halle

Für die Ausstellungs-Halle ist ein Messe-Ticket erforderlich. Im Ausstellungsbereich findet sich eine bunte Mischung aus Fotoanbietern und Anbietern aus dem Bereich Reisen und Abenteuer. Alle großen Kamera-Hersteller sind genauso wie Foto-Händler, Zubehör-Hersteller (Stative, Fotodrucker und ähnliches) vertreten. In der Rubrik „Reisen“ finden sich sowohl Destinationen (wie Rumänien), als auch Reiseveranstalter (wie „Weltweit Wandern“).

Interaktive Ausstellung

Anders als auf vielen Messen geht es auf der Photo+Adventure nicht nur ums Kaufen und Verkaufen. Live-Shootings und Vorträge allerorts sorgen für Abwechslung und dafür, dass die Messe ein interaktives Erlebnis wird. Dazu muss man sich nicht unbedingt für eine kostenpflichtige Veranstaltung anmelden, denn auch die Aussteller-Halle bietet ein volles Programm. Ein Ausleihen und Testen spannender Kameras ist ebenso möglich, wie der direkte Ausdruck der eigenen Fotos an mehreren Foto-Stations. Mal kann man einem Paar-Shooting beiwohnen, dann wieder den Autofokus seiner Kamera an einer Ballettänzerin testen. Professionelle Models bieten vielfältige Übungs-Sujets für Kamera-Tests.

Kamera-Hersteller

Alle großen Kamera-Hersteller sind auf der Messe präsent. Man kann Kameras nicht nur ansehen sondern auch ausprobieren, teilweise sogar umfassend: Am Fuji-Stand gab es zum Beispiel eine Vielzahl an Kamera-Bodies und Linsen zur Auswahl, die man ganztägig ausborgen konnte. Aus Rücksicht auf meine Finanzen verzichtete ich 😉

Photo+Adventure Seminare

Die meisten Hersteller-Stände gehen über reine Produktpräsentationen hinaus, und bieten wie bereits erwähnt Show-Bühnen mit einem dichten Programm. Ganztägig kann man hier Fotografen bei der Arbeit zusehen und Einblicke in teilweise sehr spezielle Profi-Welten bekommen. So konnten wir die Erstellung eines Film-Plakats, angefangen vom Bodypainting des Models über das Live-Shooting bis hin zur kompletten Nachbearbeitung bestaunen.

Foto-Händler und Foto-Zubehör

Natürlich dürfen auch Foto-Händler nicht fehlen. Die namhaften Größen Österreichs sind vertreten, und locken Kunden mit Messepreisen und Spezialangeboten. Wir schlugen bei einigen Kleinigkeiten zu, konnten uns aber immerhin beherrschen, als es um ein neues Kamera-Gehäuse ging.

Seminare, Workshops und Live-Shoots

Hier kommen wir zu einem herausragenden Element der Photo+Adventure: Wer sich fotografisch weiterentwickeln will, kann aus einer langen Liste an Workshops, Seminaren und Live-Shoots wählen. Von der Portraitfotografie bis zur Hochzeitsfotografie ist alles dabei. Die Veranstaltungen reichen von kompakt bis ausführlich, und werden allesamt von erfahrenen, erfolgreichen Fotografen durchgeführt.

Dabei muss man sich aber nicht fürchten, als Amateur fehl am Platz zu sein. Im Gegenteil, als engagierter Amateur stellt man vielleicht erstaunt fest, dass man vielen Profis, die im Tagesgeschäft keine Zeit zur Weiterbildung finden, beim theoretischen Know-How durchaus das Wasser reichen kann. Andererseits hat man aber die Möglichkeit, Dinge zu erleben, zu denen man normalerweise keinen Zugang hat.

Live dabei bei Vorträgen und Live-Shoots

Im Portrait-Workshop von Eric Berger war ich wahrscheinlich der einzige Teilnehmer, der noch nie mit Model und zwei Softboxen gearbeitet hatte (sehr spannend, das erstmals live zu erleben). Im Vortrag „Selbstvermarktung für Fotografen“ von Cliff Kapatais fühlte ich mich dank mehrerer Jahre im Online-Marketing eher zuhause, um dann beim (übrigens sehr empfehlenswerten) Hochzeitsfotografie-Workshop von Ulf Thausing wahrscheinlich wieder der einzige Nicht-Hochzeitsfotograf zu sein. Spannend war jeder der Vorträge, alle Vortragenden waren sicher, ausgezeichnet vorbereitet und konnten ihr Publikum fesseln.

Das neu erworbene Wissen aus dem Portrait-Workshop musste dann nach dem Abendessen natürlich gleich versuchsweise angewandt werden.

Was macht die Photo+Adventure aus?

Wir waren begeistert vom Flair der Messe. Die Kombination Reise und Foto funktioniert, und spricht offensichtlich ein gewisses Publikum an, das unserer Zielgruppe entspricht. Wir fühlten uns einfach wohl: Hier fehlt die stressige Atmosphäre und das Gedränge vieler anderer Messen. Alle sind freundlich und gut gelaunt, bei der Beinahe-Party-Stimmung kann man tatsächlich von einem Festival sprechen. Wir schätzten insbesondere die interaktive Komponente der Messe. Die Photo+Adventure wirkt wie ein großer Spielplatz für Foto-Begeisterte. Langeweile ist eigentlich nicht möglich. Die Kombination mit Reisen ist sinnvoll, allerdings lag der Fokus unserer Einschätzung nach zumindest 2018 klar auf Fotografie/Video.

Für wen empfiehlt sich ein Besuch der Photo+Adventure?

Nun, ein Besuch der Messe empfiehlt sich zuerst einmal für alle Fotografie-Begeisterten. Ob Amateur oder Profi: Die vielen Stände der Hersteller und Händler bieten die Möglichkeit, wirklich viel verschiedenes Foto-Equipment anzufassen und auszuprobieren. Wer sich weiterbilden möchte, kann aus einem umfangreichen Seminar-Angebot zu humanen Preisen wählen.

Auch für Blogger mit Reise- oder Foto-Blogs empfiehlt sich die Photo+Adventure. Obwohl es sich um eine eher kleine Messe handelt, und man keine Blogger-Meetups, Blogger-Speedating-Veranstaltungen oder ein vollausgestattetes Pressezentrum erwarten darf, kann man gerade die geringe Größe der Messe auch als Vorteil sehen. Man kommt einfacher mit Ausstellern ins Gespräch und wird nicht von der schieren Größe des Angebots erschlagen. Die Kombination aus Reise/Foto ist sicherlich für viele Blogs relevant.

Herr Michl: Innovative Foto-Tasche auf Kickstarter

Ein Produkt hat uns persönlich überzeugt, weshalb wir hier gerne einen Geheimtipp für Weihnachten präsentieren würden. Doch dafür ist es wahrscheinlich nun zu spät: Die initiale Produktion der innovativen Fototasche „Herr Michl“ des österreichischen Design-Teams „Böse Fritz & Co“ ist wohl bereits ausverkauft.

Das Design der Tasche sprang Olya gleichs in Auge, doch die wirkliche Besonderheit liegt in der Funktionsweise der Tasche. Der Kameragurt wird hier durch die Tasche geführt. Durch Anheben einer Lasche kann man die Kamera in einer Sekunde aus der Tasche entnehmen, ohne sich dazu dann extra den Kameragurt umhängen zu müssen. Genauso schnell ist die Kamera auch wieder verstaut. Auf Reisen wirklich praktisch. Dass die Tasche nicht nach Foto-Tasche aussieht, ist hinsichtlich Diebstahlsicherheit kein Nachteil.

Derzeit läuft das Projekt auf Kickstarter, und die ersten 50 Exemplare sind reserviert. Doch auch, wenn die Tasche zu Weihnachten nicht mehr rechtzeitig kommt: Wer nach einer tollen Tasche für die neue Kamera sucht, sollte sich den Herrn Michl auf der Kickstarter-Seite unbedingt ansehen! (Wir erhalten übrigens nichts für diese Empfehlung, und der Link ist auch kein Affiliate-Link. Die Tasche hat uns einfach persönlich überzeugt)

Fazit

Wir sind froh, auf der Photo+Adventure gelandet zu sein. Vor einem Monat hatten wir noch nie von der Messe gehört, und nun planen wir eigentlich schon fix, im nächsten Jahr wiederzukommen. Die Kombination aus interaktivem (Lern-)Angebot und Produktpräsentationen überzeugt zumindest uns technikverliebte Fotografie-Fans, weshalb die Photo+Adventure für uns auf alle Fälle eine Empfehlung wert ist!

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