Nach unserem Aufenthalt mit dem Wohnmobil auf Lesbos nahmen wir die Fähre nach Piräus, und uns anschließend Athen mit dem Wohnmobil zu erkunden.

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Ankunft in Athen

Frühmorgens, um etwa fünf Uhr früh, läuft unsere Fähre in Piräus ein. Wir haben eine relativ ruhige Nacht in unserer Kabine verbracht, nur dass uns das Personal bereits eine Stunde vor Ankunft weckt, finden wir komplett unnötig. Da wären noch leicht 50 Minuten mehr Schlaf dringewesen, denn auch nach Ankunft warten wir noch fünfzehn Minuten, bis wir vom Schiff können. Beinahe vergisst man uns dabei, da wir in der Ecke unter der Rampe abgestellt wurden.

Die Straßen von Piräus sind noch leer, und so ist die Fahrt zum Campingplatz relativ angenehm. Das soll nicht heißen, dass wir uns nicht verfahren – das ist in Athen nämlich nicht zu vermeiden. Aber es läuft gut, und wir kommen bald am Campingplatz an.

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Camping Athens, ein Stadt-Campingplatz

Nach kurzer Recherche auf der Fähre haben wir „Camping Athens“ als unseren Campingplatz in Athen auserkoren. Er liegt etwa sieben Kilometer außerhalb des Stadtzentrums, ist aber sowohl mit dem Wohnmobil gut zu erreichen, als auch an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Unser Plan ist also, das Wohnmobil dort abzustellen, und dann mit dem Bus ins Sightseeing zu starten.

Allerdings stehen wir erstmal vor verschlossenen Toren. Hier gibt es nicht nur einen Schranken, sondern ein großes Eisentor und hohe Mauern – Zutritt unmöglich. Wir parken also erstmal vor dem Tor.

Hundert Meter entfernt hatten wir auf der Anfahrt einen Coffeeshop gesehen, und dorthin gehen wir jetzt erstmal fürs Frühstück. Vor fünf geweckt zu werden erzeugt großen Koffein-Bedarf!

Als wir zurück kommen, schließt bereits ein Parkwächter das Tor auf, und wir können auf den Platz fahren. Sorry, liebe Nachbarn! Wir haben uns bemüht, leise zu sein, aber ein einparkender Camper um 06:00 früh ist natürlich nicht ideal.

Ausstattung des Campingplatzes

Camping Athens bietet schön parzellierte Stellplätze, sowie hinter den Waschhäusern ein Areal für Zeltcamper.

Die Sanitäranlagen wirken uralt und einfach, Badeschuhe sind zu empfehlen. Aber es ist alles vorhanden, was man benötigt.

Nachtruhe am Campingplatz

Die Geräuschkulisse am Camp ist ganztägig nicht ganz ruhig, man hört ständig die große Straße vor dem Camp. Allerdings haben wir später dennoch gut geschlafen.

Abgesehen davon war es sehr ruhig – es gab weder Party-Camper noch lauten Restaurantbetrieb. Allerdings war das Restaurant im September wohl auch schon geschlossen, das mag im Juli/August anders sein.

Öffi-Anbindung von Camping Athens

Direkt vor dem Campingplatz gibt es eine Bushaltestelle, um ins Zentrum zu fahren. Doch Achtung: Du musst die Straßenseite wechseln, sonst fährst du aus Athen hinaus, anstatt ins Zentrum.

Ein Problem stellen die Fahrkarten dar. Man erhält sie weder am Campingplatz, noch (wie wir herausfinden müssen) beim Busfahrer. Da wir nun aber schon im Bus sind, fahren wir notgedrungen (und mit viel schlechtem Gewissen) schwarz. Da wir das Glück nicht herausfordern wollen, steigen wir sobald wie möglich (sobald wir nahe des Zentrums sind) aus und gehen in Richtung Akropolis zu Fuß.

Man sollte sich auch vorab erkundigen, wo man wieder den Bus für die Rückfahrt zu Camping Athens schnappen kann: Wir tun das nicht, und werden später ziemliche Probleme haben, den Bus wiederzufinden.

Morgens in Athen

Normalerweise sind wir ja Langschläfer und somit sind wir nie vor frühestens 9 oder 10 Uhr beim Sightseeing. Nun ist es sieben Uhr, und wir sind schon mitten im Geschehen. Das ist durchaus spannend – die Reste des offensichtlich wilden Vorabends werden mit Schlauch vom Gehsteig gespült, Getränkekisten werden angeliefert, um für den nächsten wilden Abend gerüstet zu sein. Geschäftig einerseits, aber in griechischer Entspanntheit andererseits läuft das ab.

Wir genehmigen uns einen zweiten Kaffee, hier im Zentrum übrigens zu europäisch-touristischen Preisen, und erklimmen dann die Akropolis.

Akropolis

Die Idee, die Akropolis zu besichtigen, hatten wir nicht alleine. Trotz der frühen Stunde treffen wir bereits am steilen Weg nach oben auf eine Menge andere Touristen. Auch die Temperatur ist nun schon so hoch, dass es zum Schwitzen reicht.

Oben angekommen wird es aber dann für die Jahreszeit (wir haben Juni) und die Uhrzeit (es ist 09:00 früh) dann schon regelrecht extrem, was die Menschenmassen angeht.

Im Hafen dürften einige Kreuzfahrtschiffe liegen, denn hier laufen viele Gruppen herum, alle geführt von Guides, die blaue Schilder in die Höhe strecken, die wohl das Shuttle-Boot (oder wie immer man das nennt) kennzeichnet.

Die Akropolis, die frühere Stadtfestung Athens, kennt man von Bildern, und so reißt uns die Sammlung an historischen Gemäuern dann nicht vom Hocker, als sie vor uns liegt. Große Teile des Parthenons werden renoviert und näher als ein paar Meter gelangt man nicht heran. So machen wir – wie tausende andere auch – ein Bild von uns vor dem Bauwerk, und gehen auf der anderen Seite der Akropolis wieder nach unten.

Athen ist keine Kleinstadt

Uns beeindruckt von hier oben insbesondere die Größe der Stadt: Athen ist ein Moloch. Soweit es die diesige Luft zulässt sieht man nur ein weißes Häusergewirr, und zwar in jede Richtung außer jener von Piräus, denn da erhascht man einen Blick aufs Meer.

Das antike Athen

Beeindruckend ist Athen schon. Auf jedem Schritt wandelt man auf den Spuren der Geschichte. Was wir alles so besichtigt haben, lässt sich jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe, mehr als eineinhalb Jahre nach der Reise, gar nicht mehr so richtig rekonstruieren. Es war viel. Über Stunden klettern wir über historische Gemäuer und bestaunen Säulen in allen Ausprägungen. Hier die wichtigsten Etappen.

Panathinaiko-Stadion

Schon von der Akropolis aus erhaschen wir Blicke auf das Olympia-Stadion, und belassen es dabei. Es ist schließlich heiß!

Olympieion

Auch den Tempel des Olympischen Zeus sehen wir bereits von weit oben. Da der Eintritt beim Akropolis-Ticket inkludiert ist, sehen wir uns den Tempel auch aus der Nähe an.


Agora und Hephaistos

Die Agora (der frühere Markt- und Versammlungplatz) mit dem Tempel des Hephaistos beschäftigt einen schonmal über Stunden, will man alles besichtigen. Empfehlung: Eher nicht in den Mittagsstunden machen!

Zu Fuß Athen erkunden

Einfach so spazierengehen hat in Athen schon auch seinen Reiz. Außer auf der absoluten Touristenmeile im Zentrum, wo es eher nervt. Etwas außerhalb kann man aber das chaotische Treiben genießen.

Sogar eine Schildkröte sowie ein Hund, der eher wie eine Mischung aus Bär und Wolf aussieht, laufen uns über den Weg.

Essen in Athen

Im Zentrum, nahe der Akropolis, findet sich nicht das Griechenland, das wir kennen und lieben. Man wird auf der Straße abgefangen und in Restaurants gewunken – sehr lästig. Wir steuern daher aus der Tourismus-Meile etwas hinaus, dorthin, wo auch die Griechen sitzen. Gleich viel besser! Wir essen ausgezeichnet, aber viel zu viel, und rollen dann ins nächste Caffé für ein Frappé.

Armut in Athen

Die wirtschaftliche Situation ist auch im Zentrum Athens an jeder Ecke spürbar. Unglaublich viele Unterkünfte von Obdachlosen mitten zwischen touristischen Hot-Spots, viele, viele bettelnde Menschen und sogar eine Anti-Regierungs-Demo sehen wir. Die Bettler gehen durch die Cafés, und die Griechen, die die Krise nicht so hart getroffen hat, zeigen sich durchwegs hilfsbereit.

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Wo ist der Bus?

Bei allem Herumspazieren wissen wir irgendwann nicht mehr so recht, wo wir sind. Dies übrigens genau einen Tag vor dem Verbot der Roaming-Gebühren in der EU, d.h. wir sind noch offline unterwegs. Es wird dämmrig, und wir möchten nun zurück zum Campingplatz fahren. Die Suche nach dem Bus wird uns aber noch zwei Stunden beschäftigen. Wir kommen dabei auch durch weniger schöne Gegenden, fühlen uns aber zumindest nie absolut unsicher. Zu allem Überfluss beginnt es auch noch zu regnen, bevor wir nahe eines Bahnhofs endlich den passenden Bus finden.

Abreise nach Norden

Wir verlassen Athen am Montag morgen nach Norden. Das ist keine grandiose Idee, denn obwohl wir erst um 10:00 aufbrechen, stecken wir (natürlich!) in der griechischen Rush-Hour fest.

Irgendwann erreichen wir dann die Autobahn, und nachdem wir nach vielleicht 50km erstmals gleich 10 Euro abtreten, schwant uns übles. Und so kommt es dann auch: Auf der Autobahn an der griechischen Ostküste werden Wohnmobile ziemlich abgezockt, man bezahlt nämlich einen LKW-Tarif.

Zudem ist das System auch nicht nachvollziehbar. Irgendwann kommt eine Mautstation, und man bezahlt. Man weiß natürlich nicht, wann die nächste kommt. Will man nun die Autobahn für eine Rast verlassen, ist es Glückssache. Mal zahlt man nicht, mal zahlt man nochmal denselben Tarif, den man 3km davor schon bezahlt hat. Nachdem uns genau das passiert (wir wollten schlau sein und dachten „jetzt haben wir gerade gezahlt, jetzt wird nicht so schnell wieder eine Mautstation kommen“) und wir nach der halben Strecke bereits beinahe 100 Euro los sind, geben wir die Autobahn auf.

Fazit

Athen lässt sich mit dem Wohnmobil wunderbar erkunden – zumindest, wenn man auf einem Campingplatz Station macht, und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt. Ja, es gibt natürlich auch jene, die direkt an der Akropolis parken. Das ist dann sicherlich von der Saison abhängig, wie angenehm (und strafzettelfrei) das abläuft. Wir wissen unseren Camper in Großstädten lieber sicher abgestellt und können so stressfrei die Stadt erkunden.

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