Morgens regnet es mal wieder, deshalb ist der Plan klar: Ab nach Süden.

Eine Weile gondeln wir auf der Jadranska Magistrala entlang, bis wir dann doch kilometer machen wollen, und uns auf die Autobahn begeben. Kurz vor Zadar begrüßt uns endlich wieder die Sonne. An einer Raststation bei Skradin überlegen wir, was wir weiter machen. Direkt auf Peljesac? Nein, wir fassen Trogir ins Auge. Die bei Seglern bekannte und beliebte Stadt wurde uns schon oft schmackhaft gemacht, wir sehen nun selbst nach.

Camp Rozac bei Trogir

Durch Trogir muss man dank einer neuen, zweiten Brücke nicht mehr durchfahren. Die Zufahrt zum Camp Rozac  ist dennoch etwas schmal, in der Hochsaison sicher kein Hochgenuss. Im Mai geht es aber noch.

Am Camp bekommen wir gerade noch einen provisorischen, letzten Platz am Wasser. Das Camp ist ausgezeichnet organisiert, die freien Plätze werden einem direkt gezeigt bevor man zum Checkin schreitet. Dabei sind die Preise aber normal und nicht völlig abgehoben, wie man es in Kroatien mittlerweile leider auch erleben kann. Das Camp können wir empfehlen, doch ohne Reservierung scheint hier nicht viel zu gehen.

Abgezockt per Taxi ins Ortszentrum von Trogir

Zum Ortszentrum sind es vom Campingplatz etwa 2,5km, und da wir (nach erfolgter Ver- Entsorgung sowie der ersten Dusche seit drei Tagen) Hunger haben, wollen wir nicht unbedingt mehr 30min zu Fuß gehen. Der Bus scheint schon abgefahren zu sein (oder kommt doch noch, so genau wollte sich die Rezeptionistin diesbezüglich nicht festlegen), daher bestellen wir ein Taxi.

Nicht vorher nach dem Preis zu fragen, rächt sich natürlich mal wieder. 100kn für 2,5km. Da käme man in zuhause doppelt so weit.

Die Stadt Trogir

Trogir ist…naja, schön, aber nicht unseres. An jeder Ecke wird man in ein Restaurant gewunken, in den weltbesten und authentischsten Souvenir-Shop eingeladen und fühlt sich bald als wandelnde Geldtasche. Das kennt man sonst aus Entwicklungsländern, und diese Behandlung ist eigentlich nicht der Grund, Kroatien als Reiseland zu wählen.

Man merkt, dass Trogir ein vielbesuchtes Ziel ist, wo auch der Geldadel vorbeischaut und gerne zu viel Geld ausgibt.

Mit etwas mulmigen Gefühl wählen wir schließlich das Restaurant, wo wir am wenigsten bedrängt werden. Wir essen sehr gut, und vor allem das Service ist ausgezeichnet.

Olya möchte natürlich auch nach dem Abendessen noch ein wenig shoppen – die Shops in Trogir machen da gerne mit.

Wir flüchten anschließend auf ein weiteres Getränk in eine Bar, denn es schüttet schon wieder in Strömen.

Die Fahrt zurück zum Camp Rozac

Wir haben inzwischen entdeckt, dass Uber in Trogir präsent ist. Nun gleichen wir den überhöhten Fahrtpreis der Hinfahrt wieder aus, in dem wir für den Rückweg mit Uber fahren. Der Taxifahrer (ja, über Uber kommt auch ein ganz gewöhnliches Taxi) jammert über die (tatsächlich sehr niedrigen) Uber-Tarife (nun kostet die gleiche Strecke 14kn statt wie vorhin 100kn), wir geben ihm 20kn Trinkgeld und nun scheinen alle zufrieden zu sein.

Fazit

Jetzt haben wir Trogir also auch gesehen. Bereits im Mai ist der Campingplatz Rozac ausgebucht, beim Taxipreis muss man vorsichtig sein und in der Stadt wird man an jeder Ecke als wandelnder Bankomat gesehen. Kurz gesagt: Unseres ist’s nicht, auch wenn es dafür eine erstaunlich schöne Erfahrung war. Man kann sich Trogir also schon ansehen, sollte aber wissen, was einen erwartet.