Nach unserem kurzen Aufenthalt am Lake Shkodra Ressort ist es Zeit, die Küste Albaniens unter die Lupe zu nehmen. Jene bei Durres kennen wir schon von unserem Besuch 2013, weshalb wir diesmal gleich direkt bis Vlorë weiterfahren. Da uns dort nichts ins Auge springt, was uns zum Bleiben zwingt, machen wir gleich noch eine Fließaufgabe: Die Überquerung des Llogara-Passes ist für Wohnmobile nämlich keine ganz leichte Aufgabe.

Shkodra nach Vlorë

Noch 2013 waren die Straßen in Albanien etwas abenteuerlich. Autobahnen endeten abrupt und ohne Hinweisschilder, um in Schotterwege überzugehen. Dehnungsfugen sorgten für zentimeterhohe und potentiell reifenmordende Übergänge an Brücken. Das alles scheint vorbei zu sein.

Zumindest auf unserer Strecke von Shkodra nach Vlores war alles sehr zivilisiert und europäisch. Ja, die Albaner fahren immer noch etwas kreativ. Fürs Überholen muss man den Gegenverkehr anscheinend nicht beachten, irgendwer wird schon ausweichen oder bremsen.  Schlaglöcher, ja. Bodenwellen, die den Camper ordentlich durchschütteln, wenn man sie nicht rechtzeitig sieht, auch bisweilen. Aber ansonsten? Kein Problem.

Von Shkodra geht es erst einmal dank dichtem Verkehr langsam dahin, doch bald erreicht man eine Autobahn, die in wirklich gutem Zustand ist. Kurze Stücke normaler Landstraße wechseln sich mit Autobahnabschnitten ab, und man kommt sicher und zügig voran.

Ein wenig langweilig ist das ganze. Zumindest auf der Hauptstraße wechselt sich die Szenarie kaum ab.

Am 2013 besuchten Camping Pa Emer fahren wir diesmal zügig vorbei – die schlechten Erfahrungen mit dem Besitzer müssen wir nicht wiederholen.

Vlorë

Durch Vlorë fahren wir nur durch. Die Stadt hat sich offensichtlich kürzlich für Touristen herausgeputzt.

Neue Hafen und Parkanlagen entstehen, leider hat man dabei auf für Camper geeignete Parkplätze großteils verzichtet. Und so legen wir erste nach der Stadt einen Imbiss-Stopp ein.

Die Küste ist hier steil und es gibt einige Badestellen. Leider auch viel Müll am Straßenrand, sodass die Parkbuchten nicht allzu einladend wirken. In der Ferne sehen wir hohe Berge.

Der Llogara-Pass

Unvorbereitet ähm…unvoreingenommen, wie wir nunmal reisen, wissen wir nicht, was uns nach Vlorë . Zwar wundern wir uns, dass die letzten 80km bis zu unserem Tagesziel 2.5 Stunden dauern sollen, aber wir rechnen eher mit einer Schotterstraße als mit dem, was uns tatsächlich erwartet: Nämlich der Lloraga-Pass.

Steil und serpentinenreich geht es nach oben. Ausblicke bieten sich dank Bewaldung wenige, aber dennoch ist die Fahrt sehr schön.

Den Ausblick kann man allerdings erst nach der Passhöhe  in südlicher Richtung genießen, denn bis dahin sieht man nur den Wald bis zur nächsten Kurve.

Wir rollen durchgehend im zweiten Gang bergab, ein voll-beladener Ducato mag schließlich kein Dauerbremsen. Entsprechend lange dauert die Pass-Überquerung, doch die Eindrücke entschädigen. Auf den Bildern sieht man natürlich (wie üblich) nicht, wie steil es hier bergab geht. Erst nachträglich lesen wir im Internet, dass eine Überquerung in Nord-Süd-Richtung für Wohnmobile nicht empfohlen wird, eben aufgrund der steilen Straße. In die Gegenrichtung ist das Gefälle wohl etwas sanfter.

Camp am Livadhi Beach (Himarë)

Eigentlich peilen wir aufgrund der positiven Internet-Berichte das Camp Kranea an, doch dieses ist voll und nimmt keine Gäste mehr auf. Wir könnens verstehen, es sieht wirklich schön aus, ist allerdings nicht allzu groß.

Nebenan landen wir also im Camp Nasho, wo wir uns gerade so auf einen der kleinen Stellplätze quetschen können.

Wir haben nichts gegen einfache Camps, aber wissen andererseits auch nicht so genau, wofür wir hier bezahlen. Es fühlt sich wie Freistehen an. Die Sauberkeit der Toilette lässt ja oft Rückschlüsse auf die Sauberkeit in der Küche zu, weshalb wir auf einen Besuch des Restaurants Nasho verzichten.

Zunächst genehmigen wir uns erstmal Cocktails am Strand. Die Bar ist stilecht und schön, allerdings ist der Strand für unseren Geschmack ein wenig zu intensiv bewirtschaftet.

Später flanieren wir am rustikalen Strand entlang und essen gute Köfte sowie Moussaka in einem der Restaurants ohne Campingplatz. Nun wissen wir, dass sich die (süd)-albanische Küche nicht so sehr von der griechischen Küche unterscheidet – jedenfalls hier: Wie wir später durch nachträgliche Recherche herausfinden, gehört Himarë zu einer zweisprachigen Region, wo ethnische Griechen leben.

Weiter Richtung Sarendë

Es ist nicht so, dass wir es hier furchtbar finden. Es ist okay. Die Leute sind freundlich, der Strand ist auf seine rustikale Weise schön, aber ein wenig zu geschäftig. Das Camp ist aber so beschaffen, dass wir wirklich lieber freistehen. Hier haben wir wenig Platz, Camp-Nachbarn aus Polen die bevorzugt über unsere (Mini)-Parzelle marschieren, und Sanitäranlagen, die wohl nur einmal monatlich geputzt werden. Und so setzen wir unseren Weg nach Sarendë fort.

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