Sarapeva Banya

Da sind wir nun also, am Campingplatz in Sarapeva Banya. Unsere österreichischen Nachbarn, Kerstin und Mary, erzählen uns von einem Dorffest am Abend – da Olya ohnehin einen Relaxtag nach der anstrengenden Fahrt am Vortag möchte, beschließen wir, zu bleiben.

Mountainbike-Tour in die Rila-Berge

Das Wetter ist unerwartet kühl, immer wieder nieselt es. Trotzdem kann ich den Tag nicht untätig vorbeiziehen lassen, und so schnappe ich mir das MTB und beginne den Aufstieg in die Rila-Berge im gleichnamigen Nationalpark. Die Berge sind nebelverhangen, auf grandiose Aussichten muss ich mir keine Hoffnungen machen.

Mountainbiken in Bulgarien

Der Verkehr hält sich immerhin in Grenzen, und die wenigen Autofahrer sind durchaus rücksichtsvoll. Niemand überholt mich mit zu geringem Seitenabstand, die Bulgaren überraschen.

Zeitweise fühle ich mich wie ein Tour-de-France-Teilnehmer – nämlich dann, wenn sich Mädchen aus den Seitenfenstern von überholenden Autos lehnen und mich anfeuern. Noch nie erlebt!

Ca. 1000 Höhenmeter gilt es zu bewältigen, und ich weiß vorerst nicht, wie ich wieder hinunterkomme. Grundsätzlich bevorzuge ich ja immer Singletrails/Wanderwege, doch ich habe kein Kartenmaterial.

Visitor’s Center Rila Mountains

Nach Kartenmaterial frage ich nach ca. 600 Höhenmetern beim „Visitor’s Center“ – es gibt eine schlecht lesbare Karte, auf bulgarisch beschriftet, die mir nicht wirklich hilft. Ich frage also die freundliche Dame im Center, ob es denn Abstiegsmöglichkeiten für Mountainbiker abseits der Straße gäbe. „Nein, unmöglich“, sagt sie. „Viel zu steil, viel zu gefährlich“.

„Ok“, denke ich mir, „Challenge accepted. Der Wanderweg ist gesetzt“.

Schifahren und Bikepark in den Rila-Bergen

Vorerst muss ich aber noch die restliche Strecke zurücklegen. Es wird ziemlich kühl hier oben, ich verpacke mich in 4 Schichten, und strenge mich etwas mehr an. Es regnet jetzt dauernd, was nicht allzu angenehm ist. Irgendwann erreiche ich dann jedoch die Sesselliftstation, die mich nun weiter auf 2200 Meter bringen würde – wäre sie denn in Betrieb. Einen Bikepark gäbe es ebenfalls.

 

Da es mittlerweile 18:00 geworden ist, wird daraus aber nichts. Zudem ist es ohnehin Zeit für mich, umzukehren. Immerhin befinden wir uns in einem Nationalpark, mit Bären, Wölfen und anderem Getier. Ich möchte mich ungern in den Abendstunden verirren.

Zurück ins Tal auf Wanderwegen

Die Abfahrt beginnt auf Asphalt, bald probiere ich aber die ersten Wanderweg-Abkürzungen aus.  Es ist nass, felsig, und teilweise steil, dementsprechend vorsichtig muss ich fahren. Nach dem zweiten solchen Abschnitt verfluche ich kurzzeitig meine Entscheidung für den Wanderweg – noch macht’s keinen Spaß, und die Unterarme werden schon dick vom vielen, nicht vermeidbaren Bremsen und dahinrutschen auf den Steinen.

Nur wenig später ändert sich das ganze aber, und der Weg wird zu einem gewöhnlichen Waldweg, der nun stressfrei zu befahren ist. Nocheinmal 100 Höhenmeter tiefer, beginnt das ganze Spaß zu machen – Singletrails beginnen.

Kurz vor Sarapeva Banya suche ich kurz nach der richtigen Fortsetzung, und erspähe zwei Buchstaben auf einem Baum. „DH“. Der Pfeil daneben zeigt nach unten. Hm, lateinische Buchstaben, DH – das wird doch nicht etwa „Downhill“ bedeuten? Doch, tut es.

Gleich unterhalb der Markierung sieht man geshapte Steilkurven. Knapp oberhalb des Ortes geht es nun von Kurve zu kurve sehr flowig dahin – ein wirklich würdiger Abschluss der Tour.

Abends sitzen wir mit unseren Nachbarn (unter anderem mit Lui und Steffi von http://comewithus2.com und Kerstin und Mary aus Tirol) zusammen, bevor wir in den Ort aufbrechen. Zwar haben wir das angekündigte Fest bereits verpasst – dafür probieren wirklich spannende Gerichte.

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