Auf der Rückreise von Berlin und der sächsischen Schweiz wählen wir den Weg durch Tschechien, und legen in Cesky Krumlov einen Stopp ein. Dass der Winter wiederkommt, damit konnten wir ja nicht rechnen!

Anfahrt aus der sächsischen Schweiz nach Český Krumlov

Wir kaufen eine Vignette für Tschechien und fahren auf der großteils guten Autobahn zügig nach Süden. Teils regnet es, hin und wieder kommt aber die Sonne durch. Prag durchquert man auf einer Stadtautobahn, dann geht es weiter in Richtung Budweis, das wir irgendwann (auf Anraten unseres Navis) dann auch durchfahren, anstatt es zu umfahren. Nach etwa vier Stunden (Mittagspause inklusive) erreichen wir dann Český Krumlov. Leider regnet es schon wieder.

Stellplatz in Český Krumlov

Wir parken am Busparkplatz, wo ein älterer Parkwächter uns 9 Euro für ein Übernachten („Bis 10 Uhr!“) abknöpft. Angesichts absolut keiner Einrichtungen für Wohnmobile auch nicht wenig, aber eben der Lage geschuldet. Jede weitere Stunde würde am nächsten Tag separat verrechnet. Als wir am nächsten Tag den Platz verlassen, wird unsere Rechnung auch vom (neuen) Parkwächter kontrolliert, ob wir auch rechtzeitig abfahren.

Eine Stunde machen wir Pause, während der Regen aufs Dach prasselt, doch dann begeben wir uns in die Stadt.

Wir spazieren durch Český Krumlov

Fototechnisch ist das trübe Wetter nicht optimal, doch wir genießen die idyllischen Anblicke dennoch. Die Stadt ist ein Touristenmagnet und entsprechend fein herausgeputzt. Die schmalen Straßen und ihre schönen Häuser sind wirklich hübsch

Trdelnik und Crèpes

Als es wieder zu regnen beginnt, suchen wir Unterschlupf in der MLS Crêperie Kajovska. Wir trinken Kaffee in der modernen, hip-stylisch eingerichteten Kaffeerösterei mit allerdings von den Touristen eher genervtem Personal. Ich probiere außerdem die lokale Spezialität, einen Trdelnik. Dieser „Baumkuchen“ wird auf Stöcken gebacken und dann mit Äpfeln, Nüssen und anderem gefüllt. Schmeckt ausgezeichnet! Olya verweigert und genehmigt sich stattdessen eine Crêpe – auch gut.

Café in Cesky Krumlov

Viel zu früh schließt das Lokal, und setzt uns so wieder auf die kalte Straße. Daher beschließen wir, uns bei einem Spaziergang bergan aufzuwärmen.

Das Schloss Český Krumlov

Blick vom Schloss in Cesky Krumlov

Wir spazieren also aufwärts zum Schloss, wo man die Stadt erst so richtig von oben bewundern kann. Die Moldau schlängelt sich durch Český Krumlov hindurch, das sieht toll aus. Mit Sonne ist der Eindruck sicher nochmal besser.

Schloss Cesky Krumlov
Cesky Krumlov und die Moldau

Essen in Cesky Krumlov

An der Moldau

Schön langsam meldet sich der Hunger. Wieder zurück im Straßengewirr von Cesky Krumlov schlängeln wir uns durch die Horden asiatischer Touristen und suchen Abendessen. Gar nicht so einfach, es gibt nämlich nur zwei Kategorien von Restaurants: Komplett leer (und daher wahrscheinlich nicht empfehlenswert), oder komplett voll. Über eine Stunde benötigen wir, bis wir einen freien Tisch bekommen. Wir essen Forelle und Schweinerücken, die Nachspeise ist ein „Honigkuchen„, der ganz ausgezeichnet schmeckt.

Im Sommer könnte man direkt am Fluss sitzen, das ist sicher ein schönes Erlebnis. Im Mai sind wir nun aber froh, dass unser Restaurant einen Kamin bietet.

Plötzlich Winter in Cesky Krumlov

Nach dem Abendessen haben wir genug von der Kälte und verkriechen uns im Wohnmobil. Ein Blick auf die Wetter-App schockiert uns doch ein wenig: Schneefall? Im Mai?

Naja, wir haben noch 1,6kg Gas im Wohnmobil, es wird sich schon ausgehen, immerhin ist es die letzte Nacht der Reise.

Und das tut es auch – punktgenau. Als wir zuhause nämlich zum Austrocknen des Wohnmobils nochmal die Heizung laufen lassen wollen, läuft sie genau 5 Minuten, dann ist das Gas aus.

Abschluss der Reise mit Schnee

Etwas mulmig ist uns schon zumute, als wir am nächsten Tag plötzlich (natürlich mit Sommerreifen, denn wer rechnet im Mai denn damit?) im dichten Schneefall unterwegs sind.

Wir kommen aber gut und unfallfrei voran – wie wir später in den Verkehrsnachrichten hören, gerade noch rechtzeitig, denn wenige Stunden später gibt es aufgrund des Schneechaos‘ Totalsperren und Massenkarambolagen auf genau jener Strecke, die wir noch passieren konnten.

Schneefall im Mai

Fazit

Cesky Krumlov ist schön, und einen Besuch wert. Leider wissen das auch andere, und so teilt man sich die schönen Anblicke mit Horden von Bustouristen. Der Stellplatz erscheint angesichts der Leistung überteuert, aber mit dem Wohnmobil ist es dennoch eine bequeme Möglichkeit, direkt vor den Stadttoren zu nächtigen. Unserer Roadtrip nach Berlin hatte so noch auf der letzten Etappe ein spannendes Ziel, und eine ebenso spannende Heimfahrt auf Lager.