Zu Ostern haben wir vier Tage Zeit, und das Wetter ist hervorragend. Also setzen wir uns in den Camper und düsen nach Izola, wo wir den Parenzana-Radweg erkunden.

Später Start nach Slowenien

Eigentlich wollen wir Freitag Abend auf einem slowenischen Weingut Station machen. Leider fahren wir wiedermal zu spät los (den Besuch am Weingut im Vipava-Tal werden wir einige Wochen später nachholen).

So landen wir direkt in Izola. Dort kennen wir bereits die Stellplatzsituation von einem Erkundungsstopp im November, und wissen bereits, dass wir den südlichsten Stellplatz bevorzugen.

Wohnmobil-Stellplätze in Izola

In Izola hat die „Hauptsaison“ im April bereits begonnen, und so kostet der Stellplatz 15 Euro für 24h. Ein Gutschein für Strom (10Kw) und Wasser (200l) ist per Gutschein inkludiert. Uns wäre ein günstigerer Preis ohne Strom und Wasser lieber, schließlich benötigen wir so gut wie nie Landstrom, und mit 200l Wasser kämen wir eine Woche aus, nicht lediglich 24h. Ärgerlich ist auch das Bezahlen dieser nicht gerade geringen Gebühr mit Münzen. Der Automat akzeptiert leider weder Kreditkarte noch Papiergeld. Will man mehrere Tage bleiben, muss man also ständig irgendwo Kleingeld wechseln.

Wir kommen uns neben unseren Nachbarn so klein vor…

Etwas günstiger scheint das Übernachten in der Marina von Izola zu sein, wo Wohnmobile ebenfalls parken können. Allerdings herrscht uns dort etwas viel Trubel, Ruhe hat man dort nicht. In der Marina gibt es (für die Boots-Gäste) ein Sanitärgebäude, doch ob man das auch als Wohnmobil-Fahrer nutzen kann, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Der Ort Izola

Izola ist in der Vorsaison ein kleines, verschlafenes Nest. Am geschäftigsten geht es in der Marina zu. Ansonsten ist es sehr beschaulich. Man kann in einigen Restaurants gut essen, und den Blick auf die vielen kleinen Boote der Marina genießen.

Der Fußweg von unserem Stellplatz ins Zentrum beträgt etwa zehn Minuten. Am Weg durchquert man die Marina und kann dort dem geschäftigen Treiben zusehen. Begibt man sich auf den großen Steg kann man Izola vom Wasser aus betrachten.

Am Parenzana-Radweg von Izola nach Piran

Das gute Wetter will genützt werden. Wir radeln ein Stück des Parenzana-Radwegs, der von Triest bis Porec entlang einer aufgelassenen Bahn-Trasse führt. Dadurch ist der Radweg nie sonderlich steil, und bietet spannende Passagen, die man nicht auf jedem Radweg vorfindet.

Zuerst geht es vom Stellplatz an Izolas Küste bergan, einfach die Straße nach oben, bis wir den eigentlichen Radweg erreichen. Hier bietet sich gleichmal ein schöner Ausblick auf Izola.

Entlang der Strecke fährt man vielfach durch finstere Eisenbahn-Tunnel (in denen heute keine Bahn mehr fährt). Licht benötigt man tagsüber nicht unbedingt, sollte dann aber im Tunnel sehr vorsichtig unterwegs sein.

Bald erreichen wir den letzten Tunnel und blicken auch schon hinab auf ein erstes Etappenziel, Portoroz.

Eis essen in Portoroz

Laut Internet-Recherche gibt es in der Kavarna Cacao das beste Eis Sloweniens – das muss Olya natürlich testen. Und tatsächlich, es ist hervorragend. Auch die Lage direkt am großen Sandstrand von Portoroz kann sich sehen lassen.

Hier ist bereits viel mehr los als im ruhigen Izola. Das Café ist gut besucht, wir bekommen den einzigen, freien Tisch im Freien.

Abstecher nach Piran

Nun geht es entlang des Wassers nach Piran. Der Radweg ist gut ausgebaut und angenehm zu fahren. Wir setzen uns auf ein Getränk in eines der Cafés am großen Platz, und radeln anschließend wieder zurück nach Izola.

Ruder-Rennen betrachten

Am Morgen beobachten wir ein Rennen von Amateur-Ruderern. Beeindruckend, wie schnell diese Boote werden.

Anschließend bemerken wir die Vorbereitung zum „Izola Beerfest“. Mehrere Bands sind angekündigt, Griller und Smoker werden aufgebaut, und das ganze sieht (auch für uns Nicht-Biertrinker) eigentlich ganz nett aus. Leider findest das „Beerfest“ auch direkt neben unserem Stellplatz statt, und wir befürchten, keinen Schlaf zu bekommen. Daher beschließen wir, spontan zu einem neuen, nahgelegenen Etappenziel aufzubrechen: Savudrija im unweit entfernten Kroatien.

Die beste Reisezeit für Izola mit dem Wohnmobil

Ein wenig erschrocken sind wir schon, als wir von unserer Radtour zurückkamen, und der Stellplatz voll war. Wohnmobile kreisten und warteten/hofften darauf, dass jemand abreisen würde. Und das im April!

Izola ist kein Geheimtipp. Es ist bequem und schnell erreichbar, und das wissen viele Wohnmobil-Reisende. Wir würden Izola daher nur für Vor- und Nachsaison empfehlen. Kaum vorstellbar, dass man hier im Juli/August noch unkompliziert Platz findet.

Natürlich – am Stellplatz herrscht ein Kommen und Gehen. Irgendjemand reist ab, Plätze werden frei. Uns fehlt aber die Geduld, einen halben Tag herumzuwarten. Für Izola zu Pfingsten und im Sommer sollte man zumindest Geduld mitbringen.

Mit dem Wohnmobil nach Izola – unser Fazit

Wir haben unseren Aufenthalt hier genossen, denken aber, dass Izola ein Ziel ausschließlich für Vor- und Nachsaison ist. Dann herrschen hier angenehme Temperaturen, und man kann sowohl das adriatische Klima und die Küche genießen, als sich auch sportlich am Parenzana-Radweg betätigen.