Nach unserem Aufenthalt am Stellplatz in Izola fahren wir über die nahe Grenze nach Kroatien, um uns das Kap Savudrija anzusehen.

Auf der Flucht vor dem Trubel des „Beerfests“ in Izola beschließen wir spontan, in südlicher Richtung über die Grenze nach Kroatien zu fahren. Das ist in etwa 20 Minuten erledigt. Gleich nach der Grenze biegen wir rechts ab und fahren in Richtung Savudrija.

Savudrija, Kroatien

Savudrija ist ein verschlafenes Fischernest, das in der Hochsaison aber vermutlich durchaus gut besucht ist – mehrere Restaurants und Campingplätze lassen darauf schließen.

Der Leuchtturm von Savudrija

Der Leuchtturm von Savudrija war lange Zeit ein bekanntes Ziel unter Wohnmobilisten – der Parkplatz davor wurde gerne als Stellplatz genutzt.

Heute warnen davor mehrere Verbotsschilder, und dass dies auch verfolgt wird, durften wir gleich live erleben: Eigentlich wollte ich Olya nur kurz den Leuchtturm zeigen. Wir fuhren hin, parkten am Wegesrand, stiegen kurz aus, machten ein paar Bilder. Wir waren vielleicht zwei Minuten auf diesem Parkplatz. Am nächsten Tag scrolle ich durch meinen Facebook-Feed, und plötzlich sehe ich uns und unseren Camper auf einem Bild: Wir wurden wohl vom Leuchtturmwärter fotografiert, der anschließend die Polizei gerufen hat. Ob diese auch aktiv wurde, können wir nicht sagen – am nächsten Tag waren die gleichen Camper noch immer vor Ort.

Camping Pineta

Wir steuern den Campingplatz an, den ich noch aus Kindheitstagen kenne. Camping Pineta, direkt am Leuchtturm von Savudrija.

Luxus-Camp?

Leider kann man neben dem Leuchtturm in der Vorsaison nicht stehen – dieses Areal ist noch geschlossen.

Generell macht Camp Pineta einen auf Luxuscamp. Hier ist vieles reglementiert. Sicher gut gemeint, aber nunmal so gar nicht unseres.

Auf dem Platz patrouilliert ein Sicherheitsdienst – für Sicherheitsgefühl sorgt das bei mir ehrlich gesagt nicht. Wozu braucht man das denn?

Zusätzlich ist das Check-In so aufwendig und langwierig, dass eine Ankunft im Hotel vergleichsweise einfach erscheint. Liefe das immer so, würden wir Campingplätze definitiv meiden. Der Reiz des Wohnmobil-Reisens liegt für uns nun mal im spontanen, unkomplizierten Entdecken und Umherreisen. Da passt eine Stunde Zeitaufwand nach Ankunft absolut nicht dazu.

Stress beim Check-In

Wir haben noch etwa eine Stunde Sonnelicht, und freuen uns schon darauf, diese vor dem Camper am Meer sitzend zu genießen.

Diese Rechnung haben wir aber ohne den Rezeptionisten gemacht. Mit diesem muss ich mich gleichmal anlegen, weil er uns nicht einchecken will, ohne dass wir ihm sagen, auf welchem Stellplatz wir stehen wollen. Ja woher sollen wir das denn wissen, wir waren ja noch nicht hier? Einfach reinfahren, und uns einen Platz aussuchen, geht nicht. Er will das Tor erst öffnen, wenn wir ihm eine Stellplatz-Nummer nennen. Zu Fuß dürfen wir uns den Platz schließlich ansehen, was dafür sorgt, dass wir die schöne Abendsonne mit der Platzsuche verbrauchen. Zurück an der Rezeption müssen wir uns erneut anstellen und bis wir schließlich am Platz sind, ist die Sonne weg.

Liebes Camp Pineta: So nicht. Die hanebüchene Begründung, es ginge hier um den Lärmschutz, ist nicht haltbar:

  • Wohnwagen-Fahrer fahren mit ihren PKWs nämlich den ganzen Tag aus und ein, oft auch nur, um zum 100m entfernten Restaurant zu fahren. Das ist für euch ok, aber ein Wohnmobil, das auf den Platz fährt, und sich dort auf einen Stellplatz parkt, ist nicht akzeptabel?
  • Wir fahren schon keine Runden, keine Sorge. Stattdessen fahren wir nur, bis uns ein Platz gefällt, und dort parken wir. Wir hätten die exakt gleiche Strecke am Platz zurückgelegt, hätten wir uns mit dem Camper einen Platz aussuchen können und anschließend noch die Zeit bis zum Sonnenuntergang genossen.
  • Es ist Vorsaison. Der Platz ist vielleicht zu 20% belegt. Ob man da jetzt wirklich stört?

Platz-Ausstattung

Ansonsten ist der Platz nicht schlecht. Die Sanitäranlagen sind ok, das Restaurant gut. Den Sicherheitsdienst, der mit finsterem Blick patrouilliert, finden wir eigenartig.

Im Sommer schätzt man sicher die großen Pinien, die fast jedem Stellplatz Schatten spenden.

Osterjause am Strand

Eine gute Idee des Platzes ist es, dass es auf Uferseite keine Stellplätze gibt.

Man steht weiter hinten im Wald, die schönsten Plätze mit Meerblick werden daher nicht von Wohnmobilen und Wohnwagen verstellt.

Und so tragen wir Tisch und Stühle ein paar Meter vor den Bus, und haben für unsere improvisierte Osterjause den schönsten Ausblick.

Die schönsten Sonnenuntergänge in Savudrija

Die Wolkenstimmung und Abendsonne beschert uns einige schöne Spaziergänge und Foto-Walks.

Radfahren in Savudrija

Ich fahre mit dem Mountainbike am Leuchtturm vorbei entlang des Meeres, durch einen weiteren Campingplatz (der etwas rustikaler aussieht, aber gut besucht ist) bis zum alten Ortskern.

Nach ein paar Fotos geht es im Landesinneren weiter, denn am Meer liegt nun eine Militärbasis, weshalb dort kein Radfahren möglich ist. Ich lande bei einer verlassenen Schloss-Ruine. Hätte ich hier nicht erwartet, das gibt ein schönes Fotomotiv ab. Der Wind bewegt zerrissene Vorhänge, über mir Kreisen Möwen und schreien. Wirklich spooky.

Später blicke ich dann übers Meer in Richtung Piran und Portoroz, wo wir nur wenige Tage zuvor waren. Hier finde ich auch einige Wildcamper, die Zufahrt hierhin dürfte allerdings etwas abenteuerlich sein.

Restaurant Feral

Das gleich neben dem Campingplatz gelegene Restaurant Feral kann man sehr empfehlen. Das Service war an beiden Abenden ausgesprochen freundlich, und das Essen sehr gut. Ob Fisch oder Pasta-Gerichte, wir kamen immer mit vollem Magen und zufriedenem Gefühl zum Wohnmobil zurück.

Fazit

Savudrija ist nett. Landschaftlich schön, zum Biken im Flachen toll, und Essen kann man auch gut. Zum Camp Pineta ist unser Fazit aber leider: „Okay, dann fahren wir das nächste Mal woanders hin“. Normalerweise hört man nämlich (auch in Istrien!) beim Check-In „suchen Sie sich einen Platz, und kommen sie dann nochmals um uns die Nummer zu sagen“. Kompliziertes Herumgetue, Kritik-Resistenz und Zeitverschwendung brauchen wir im Urlaub nicht. Wenn man hier als Wohnmobil-Reisende nicht willkommen ist, dann versuchen wir beim nächsten mal einen der anderen Plätze, es gibt ja (gerade in Istrien) genügend davon. Schade – denn der Platz an sich wäre sehr, sehr schön.