Nach unserer Besichtigung von Mostar und dem Derwischkloster von Blagaj setzen wir unsere Wohnmobil-Tour fort. Wir wollen Montenegro durchqueren um Albanien zu erreichen, planen aber zuerst noch einen Stopp ein, um die Kravica-Wasserfälle zu sehen.

Von Blagaj zu den Kravica-Wasserfällen

Wir folgen von Blagaj aus der Straße in Richtung Kroatien, und biegen dann bald rechts ab. Dabei geht es über eine recht abenteuerliche Brücke, und dann durch ein enges Stadtzentrum, das kann aber unserem Navi geschuldet sein.

Bei der Anfahrt nach Kravica schließen wir noch aus dem nicht vorhandenen Verkehr, dass es dort wohl ruhig zugehen müsste. Weit gefehlt! Als wir ankommen, ist der Parkplatz schon recht gut gefüllt, auch einige Reisebusse sind bereits vor uns da.

Die Kravica-Wasserfälle mit dem Wohnmobil besichtigen

Es gibt viele Parkmöglichkeiten, doch die normalen PKW-Parkplätze reichen größeren Wohnmobilen wohl nicht aus. Wir können unser Heck in einen Grünstreifen ragen lassen, doch für größere Wohnmobile bieten sich die Bus-Parkplätze an. Parken ist kostenlos.

Der Eintritt ist mit etwa 5 Euro pro Person nicht bosnisch bepreist, aber wir sind hier nunmal an einer absoluten Touristen-Destination. Kroatien ist nur ein paar Kilometer entfernt, und so dürften einige Reiseveranstalter Kravica in ihr Programm integrieren.

Doch auch bei Einheimischen sind die Wasserfälle beliebt – wo sonst kann man in so einer Kulisse baden?

Denn auch das geht hier. Leider darf man nicht direkt im Winnetou-Style unterm Wasserfall baden, dieser Bereich ist durch Bojen abgegrenzt. Daher beschränken wir uns auf Fotos, ein Getränk, und fahren dann weiter.

von Kravica nach Montenegro

Wir lassen auf unserem Weg in den Süden die Küste links liegen: Dort müssten wir mindestens einen Grenzübergang mehr bewältigen. Wir bleiben daher im Hinterland, und fahren über Stolac und Bileca zum Grenzübergang Deleusa. Die Straße ist über weite Strecken in keinem besonders tollen Zustand, 50km/h oder langsamer sind oft angesagt. Das gibt uns aber Zeit, die landschaftlich schöne Fahrt zu genießen. Insbesondere ab Stolac folgt man einem Bachlauf, mit vielen Parkbuchten, die zum Verweilen einladen. Getrübt wird der positive Eindruck aber vom vielen Müll, der hier überall in der Landschaft herumliegt.

Nach zwei Stunden erreichen wir den Grenzübergang. Hier ist in südlicher Richtung kein Betrieb an der Grenze, wir sind nach fünf Minuten am (sehr strengen) Zöllner vorbei.

Schnurstracks durch Montenegro

Wir haben uns entschlossen, Montenegro diesmal nur als Transitland zu nutzen. Wir haben das Land 2013 bereist, und lassen es daher diesmal aus.
Nach dem Grenzübergang verschwindet der Straßenbelag für ein paar Kilometer, hier wird eifrig gebaut. Die grobschottrige Piste hält Montenegriner nicht davon ab, hier Vollgas zu geben, und so werden wir andauernd überholt und in eine Staubwolke eingehüllt.

Nachdem wir aber wieder Asphalt unter den Reifen haben, geht es zügig voran.
Auf dem Weg nach Niksic bieten sich schöne Ausblicke auf den Slansko Jezero.

In Podgorica gilt es, einen spannenden Kreisverkehr zu bewältigen. Südländische Autofahrer und mitteleuropäische Erwartungen prallen hier aufeinander. Montenegriner würden nie auf die Idee kommen, ein Auto durchzulassen. Lieber stellen sie sich vor einem hin, obwohl sich in ihrer Richtung ohnehin gerade nichts bewegt, sodass dann völliger Stillstand herrscht. Ich will mich schon aufregen, als ich feststelle, dass das nicht böse gemeint ist. Einmal kurz gehupt und mein Anliegen per Zeichensprache verdeutlicht, werde ich freundlich durchgewunken. Man muss sich nur bemerkbar machen. (Ein gesetzter Blinker zählt absolut gar nicht!).

Nach Albanien

Als wir in der Ferne den Skadarsko Jezero blitzen sehen wissen wir, Albanien ist nicht mehr weit. Hier waren wir ebenfalls 2013 schon, und das damals noch recht neue und dennoch schon hervorragende „Lake Shkodra Ressort“ haben wir als Übernachtungsplatz auserkoren.
Am Grenzübergang herrscht Chaos, es wird wild gestikuliert und Autos wechseln völlig sinnlos die Warteschlangen (man könnte sich ja fünf Sekunden sparen). Mit einer halben Stunde hält sich die Wartezeit aber immerhin in Grenzen.


Nach dem Grenzübergang bietet sich quasi eine Autobahn an, die wir schon vom letzten Besuch kennen. Die Straße war wohl irgendwann mal schlecht, ist mittlerweile aber ganz ausgezeichnet ausgebaut.

Kurz vor Shkodra erreichen wir unseren Campingplatz, welchen wir dir im nächsten Beitrag vorstellen möchten. Es gibt hier nur ein Schild auf der Hauptstraße, das man erst kurzfristig erkennt. Um die holprige Schotterstraße nicht zu übersehen, empfiehlt es sich daher, langsam zu fahren. Die Zufahrt ist zwar mühsam, aber für Wohnmobile jeder Größe möglich.