Nach unserer Besichtigung von Sarajewo geht es auf unserer Balkan-Tour 2018 mit unserem Wohnmobil weiter nach Mostar, wo wir uns nicht nur die berühmte Brücke und den Touristen-Trubel ansehen, sondern auch das Derwischkloster in Blagaj. Insbesondere letzteres ist ein Camping-Glücksgriff.

Fahrt von Sarajewo nach Mostar

Wir fahren gleich morgens nach Mostar. Die ersten 30km legen wir auf einer neuen Autobahn zurück, die wohl noch nicht fertiggestellt ist. Glücklicherweise, muss man sagen, denn bald sind wir auf einer ausgesprochen schönen Strecke unterwegs. Wir folgen dem Fluss Neretva, den wir schon aus vielen Durdchquerungen des Neretva-Deltas in Kroatien kennen, hier flussabwärts. Vorbei am Jablanicko-Stausee bieten sich viele Ausblicke, jedoch leider wenige Gelegenheiten für Fotostopps.

Parkplätze gibt es immer nur dann, wenn man gerade nichts sieht. Für ein Stehenbleiben mitten auf der Straße ist der Verkehr zu stark, doch wir machen das beste daraus, gondeln gemütlich dahin und schlängeln uns wie der Fluss selbst zwischen den steilen Felsen hindurch. Die Straße ist gut ausgebaut, relativ viele Wohnmobile sowie Wohnwagengespanne sind hier unterwegs.

Camp Bara in Blagaj

Südlich von Mostar liegt Blagaj, wo es einige Campingplätze gibt. Wir entscheiden uns für Camp Bara. Es handelt sich um den letzten Campingplatz, wenn man nach Blagaj hineinfährt. Man ist damit am nähesten am Derwisch-Kloster dran und hat einige Restaurants und Läden in Reichweite. Die Zufahrt ist eng und für große Wohnmobile eine Herausforderung. Auch im Kastenwagen schüttelt die Dachbox ein paar Äpfel von den Bäumen neben und über der Straße.

Wir kommen aber wohlbehalten am Flussufer an. Camp Bara ist toll: Klein, familiär und total gemütlich. Das Flussrauschen hilft sehr beim Einschlafen und die Luft ist hier kühler. An der Rezeption ist gerade niemand da, ein Hinweis am Wohnwagen, der das Rezeptions-Gebäude darstellt, fordert uns auf, es uns einfach gemütlich zu machen.

Von der Straße aus haben wir noch Camp Mali Wimbledon gesehen: Das hätte uns weniger gefallen, da es nicht am Wasser sondern direkt an der Hauptstraße liegt. Es war allerdings voller (teilweise großer) Wohnmobile, die wahrscheinlich die einfache Zufahrt schätzen. Wir sind auf Camp Bara komplett alleine. Abends finden sich noch zwei Zelt-Camper ein.

Das Derwisch-Kloster und die Restaurants

Vom Camp Bara sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zum Derwisch-Kloster. Am Weg dorthin wird die Straße von Souvenirläden gesäumt. Am Fluss gibt es viele Restaurants, die auch eifrig um Kundschaft werben. Wir finden es allerdings nicht so schlimm, wie im Internet beschrieben. Schöne Fotomotive, ein rauschender Fluss, was will man mehr. Wir besichtigen das Kloster, bezahlen aber eigentlich zuviel dafür: Ins innere dürfen wir nicht, da wir kurze Hosen tragen, und darauf beim Eingang nicht hingewiesen wurden. Selbst Schuld. Die schönere Sicht aufs Kloster gibt es jedenfalls auf der gegenüberliegenden Flussseite. Über die Brücke, durch die Restaurants durch, und schon ist man in der besten Position für tolle Fotos des Klosters sowie der Höhle, aus dem der Fluss Buna entspringt.

Wir essen hervorragende Forellen (angeblich aus dem Fluss), und machen uns dann auf nach Mostar.

Mit dem Bus von Blagaj nach Mostar

Ganz sicher sind wir nicht, wann der Bus fahren wird. Der Fahrplan ist für Ausländer etwas schwer lesbar. Doch alles funktioniert, wie geplant. Mit nur zehn Minuten Verspätung fährt der Bus los. Wir bezahlen ein paar Euro und werden ohne Parkplatzsuche direkt in die Altstadt von Mostar gebracht.

Mostar, eine schöne Touristenhochburg

Mostar erschlägt uns fast. Hier ist absolut alles auf den Tourismus ausgerichtet. In Sarajewo gab es Souvenirläden und touristische Angebote, aber wir fanden eine echte Stadt vor. Mostar wirkt dagegen wie Disneyland. Irgendwie unecht.

Hier werden wir in Restaurants gebeten, dort versucht man uns, Geld für einen Brückensprung abzunehmen. (Die Brückenspringer haben wir übrigens nur kassieren gesehen, nicht aber springen.) Normale Geschäfte scheint es nicht zu geben. Die berühmte Brücke muss man aber natürlich einmal gesehen haben.

Schön sind sie ja, die Gässchen und Brücken, doch man sieht vor lauter Touristenköpfen ja kaum etwas.

Nach einer Stunde im Getümmel genügt es uns auch schon wieder, und wir nehmen Bus #10 zurück ins beschauliche Blagaj.

Wer Mostar mit dem Wohnmobil besuchen will, sollte sich also ernsthaft mit Blagaj als Basis befassen: Das Busservice ist gut, in 25min ist man in der Altstadt. Die Tickets kosten ca. 2Km pro Strecke, und können direkt beim Fahrer gekauft werden. So hat man eine ruhige Homebase, und kann dem Trubel entfliehen, ohne Angst ums Wohnmobil haben zu müssen und einen bezahlten Parkplatz nehmen zu müssen, für den laut Internet-Berichten ordentlich abkassiert wird.

Ruhige Nacht am Fluss

Wieder auf unserem Camp verbringen wir eine ruhige Nacht am Fluss. Inzwischen sind noch zwei Zelt-Camper eingetroffen, Trubel herrscht hier aber nicht. Am nächsten Tag geht es für uns weiter zu den Kravica-Wasserfällen.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?