Wir haben unseren ersten Aufenthalt in einem sogenannten Mobilheim hinter uns gebracht. Grund genug, um Vor- und Nachteile Revue passieren zu lassen und uns mit der Historie der Mobilheime etwas näher zu beschäftigen.

Was ist ein Mobilheim?

Bei einem Mobilheim handelt es sich ursprünglich einfach um ein transportables Haus. Historisch gab es dafür mehrere Gründe: In den USA handelt es sich bei einem mobile home um eine günstige Art, ein Haus zu bauen. Aus Filmen kennt man die „trailer parks“, wo solche mobile homes dann (oft dauerhaft) geparkt werden.
Aufgrund der Mobilität des Hauses können Bauvorschriften umgangen werden. Dies nutzen auch Dauercamper in Europa, die eine günstige Unterkunft auf Campingplätzen aufstellen wollen.

Im Unterschied zum Wohnwagen hat ein Mobilheim keine Straßenzulassung, und kann nur am LKW transportiert werden.

Mobilheime auf Campingplätzen

Die Vorteile von Mobilheimen

  • günstige Errichtung
  • ohne Einhaltung von Bauvorschriften

haben auch die Campingplatzbetreiber erkannt, weshalb viele große Plätze mittlerweile ungenutzte Flächen mit mobile homes regelrecht füllen. Auch hier ergibt sich leider oft ein „trailer park feeling“, doch auch Luxus-Mobilheime gibt es mittlerweile.

Was ist an einem Mobilheim eigentlich mobil?

Mobil ist so ein Mobilheim nur theoretisch. Praktisch bleibt es eher an Ort und Stelle, bis es abgeschrieben ist. Aber dem Gesetz ist Genüge getan, wenn die Behausung theoretisch abtransportiert werden könnte.

Also ist ein Mobilheim einfach ein billiger Apartment-Ersatz. Einen ausgebauten Container hinzustellen geht halt schneller und kostet weniger. Touristen zahlen dann aber beinahe dasselbe dafür.

Luxus-Mobilheime

Mittlerweile werden auch schöne, luxuriöse Mobilheime gebaut und angeboten. Teilweise wird dabei sogar aufs Trailerpark-Feeling verzichtet und man hat etwas Natur um sich.

Kosten eines Mobilheims

Mit etwa €50 pro Nacht für die gesamte Behausung ist ein einfaches Mobilheim in der Vorsaison nicht teuer. Wie günstig es im Vergleich mit Alternativen (wie Budget Hotels oder Pensionen) ist, kommt auf die Anzahl der Reisenden an. Selbst kleine Mobilheime bieten meist Platz für mehr als zwei Personen. Nutzt man diesen Platz, so ist der Pro-Kopf-Preis sehr gering.

Zu den Kosten pro Nacht kommen noch

  • Gebühren für Anmeldung,
  • Endreinigung und
  • Ortstaxe.

Teilweise kann/muss man auch Ausstattung wie Bettwäsche kostenpflichtig hinzubuchen. Inkludiert ist hingegen normalerweise der PKW-Parkplatz.

In der Hauptsaison verdreifachen sich die Mobilheimpreise schon mal, was dann von günstig weit entfernt ist.

Luxuriöse Mobilheime kosten in der Vorsaison 80-100 Euro, in der Hauptsaison steigt der Preis dann auf über 200 Euro.

Vorteile eines Mobilheims für Reisende

Nun, ein Mobilheim ist eine günstige Unterkunft. Zu den Vorteilen zählen:

  • Campingplatz-Atmosphäre, sofern man diese mag
  • Man muss kein Zelt aufbauen
  • Den Kauf eines Wohnwagens oder eines Wohnmobils spart man sich
  • Man hat trotz Campingplatz seine eigenen Sanitärräume
  • Bettzeug, Küchenutensilien und Handtücher sind meist vorhanden, d.h. man muss etwas weniger packen, als beim gewöhnlichen Campingurlaub.

Nachteile eines Mobilheims

Ein Mobilheim weist jedoch auch Nachteile auf.

  • Für zwei Personen kostet eine Pension ähnlich viel, oder ist sogar günstiger (man spart sich ja die Endreinigung und hat ein Frühstück dabei). Mit Kindern ändert sich die Rechnung zwar, doch mehr Komfort bieten sicher Pension oder Hotel.
  • Mit der Flexibilität von Campingfahrzeugen lässt sich das ganze in keiner Form vergleichen.
  • Auch das Ambiente am Platz ist nicht mit Campingfahrzeugen zu vergleichen. Während man sich mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen einen schönen Platz nach eigenen Vorlieben aussucht, sitzt man in den allermeisten Mobilheimen in einer Mobilheimsiedlung, wo man links, rechts, vorne und hinten in die nächste gelbe Wand des nächsten Mobilheims schaut. Naturerlebnis? Naja. Nahe zum Strand ist es meist.
    Mobilheim an Mobilheim
  • Zudem musst du beim Mobilheim-Urlaub, genau wie im Hotel, deinen Koffer und alle deine Sportartikel packen und mitbringen. Du hast keinen Camper, der bereits gepackt vor dem Haus steht.

Ist das Mobilheim eine Alternative zum Wohnmobil?

Ist das Mobilheim eine Alternative zum Wohnmobil? Sicher nicht. Also, für uns nicht. Die Atmosphäre in den trailerpark-ähnlichen Containersiedlungen ist nichts, womit wir uns anfreunden konnten. Zudem hat man ähnliche Flexibilitätsprobleme wie Hotel- und Apartmenturlauber.

Fazit

Ein Mobilheim ist sicher eine Option für Familien, die eine günstige Möglichkeit suchen, auf einem bestimmen Campingplatz Urlaub zu machen, denen das Zelt aber zu unbequem ist. Den Vorzügen von Camping-Fahrzeugen (Flexibilität, Spontanität, alles dabeihaben) kann es aber natürlich nichts entgegensetzen. Dafür muss man kein Campingfahrzeug um teures Geld kaufen und erhalten. Ähnlich wie beim Hotelurlaub bezahlt man nur dann, wenn man tatsächlich Urlaub macht. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung.

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