Im Teil zwei unserer Balkan-Wohnmobilreise erkunden wir Bosnien. Leider meint es das Wetter nicht gut mit uns, weshalb wir überall nur kurz verweilen. Dennoch sammeln wir sehr positive Eindrücke und sprechen Wohnmobil-Reisenden eine Empfehlung aus: Bosnien ist eine Reise wert!

Ankunft am Una Camp

Nach dem langwierigen Grenzübertritt aus Kroatien fahren wir entlang der Una nach Bosanska Krupa. Bald erreichen wir die Abzweigung, die links zum Una-Camping führt. Nach etwa 200m finden wir nun die Brücke, die im Internet noch so spektakulär, weil aus Holz und recht verlottert, beschrieben wird. Wir wissen aber bereits aus der Recherche, dass die Brücke mittlerweile erneuert wurde. Uns erwartet daher ein zwar schmales, aber modernes und stabiles Stahl-Konstrukt, das fünfundzwanzig Tonnen trägt. Kein Problem also für ein Wohnmobil.

Gleich nach der Brücke geht es links am Fluss entlang weiter. Die Straße ist nur teilweise asphaltiert, oft geschottert, manchmal schlaglöchrig. Solange niemand entgegenkommt ist das kein Problem, dann aber durchaus spannend. Immerhin gibt es kaum Verkehr.

Am Unacamp angekommen checken wir beim freundlichen Betreiber ein, und beziehen unseren schönen Stellplatz mit Fluss-Blick. Das Camp ist wirklich schön gelegen, auch die Sanitäranlagen sind einwandfrei.

Olya schließt gleich Freundschaft mit den Campingplatz-Katzen (darunter ein ganz junger Kater, der am liebsten gleich bei uns einziehen möchte).

Radtour vom Una-Camp nach Bosanska Krupa

Radtour an der Una

Etwa vier Kilometer sind es vom Una Camp nach Bosanska Krupa. Kein Problem mit dem Rad. Außer, der Hinterreifen des Rads hat schon wieder keine Luft. Es ist zum wahnsinnig werden – vor Abfahrt hat mich das Rad schon zwei Stunden beschäftigt, weil der Tubeless-Hinterreifen keine Luft mehr behalten würde. Als Notlösung montierte ich einen unbenutzten Schlauch hinein, befestigte das Bike im Kastenwagen, und jetzt ist der neue Schlauch undicht?

Naja, es hilft nichts. Rad ausbauen, Schlauch flicken, und dann mit der Notpumpe minutenlang pumpen. Jaja, es wahr wohl sehr gescheit, die richtige Pumpe aus Gewichtsgründen zuhause zu lassen.

Blick von der Brücke auf die Una

Dann kann es aber endlich losgehen. Der erste Teil der Radtour ist toll, weil entlang des Flusses und verkehrsfrei. Nach der abenteuerlichen Brücke muss man aber ein Stück auf der Hauptstraße zurücklegen. Das ist ok, aber ein besonders radfahrerfreundliches Land ist Bosnien offensichtlich nicht. Es gibt nicht wenig Verkehr, und der Abstand, den die Autos einhalten, ist keineswegs zu großzügig bemessen.

Radtour an der Una

Bosanska Krupa

Bosanska Krupa

In Bosanska Krupa verfahren wir uns gleichmal beim Versuch, eine Abkürzung zu nehmen. Hier gibt es erstaunlich viele Sackgassen. Schlussendlich finden wir aber den „Hauptplatz“ mit seinen drei Gotteshäusern: Eine katholische, eine orthodoxe Kirche und eine Moschee geben ein gutes Fotomotiv ab. Relativ touristisch wirkt das ganze dank der Souvenir-Stände.

Im Kiosk versuche ich, eine „Turist Simkarte“ zu kaufen, leider vergebens.

Ich erklimme die Festung mit dem Mountainbike. Das ist zwar nicht hoch, aber Olya streikt dennoch. So muss ich den Ausblick alleine genießen.

Danach finden wir eine „Beach bar“ im schönen Park an der Una und relaxen ein wenig. Der Park bietet schöne Fotomotive und wir drehen noch eine Runde, bevor wir wieder zum Camp zurückfahren.

Gemeinsames Abendessen am Una-Camp

Wir haben uns zum Abendessen vorangemeldet. Der Campingplatzbetreiber grillt selbst, und alle Campingplatz-Gäste, die es uns gleichgetan haben, finden sich nun gemeinsam am großen Tisch ein. Neben uns ein paar Österreicherinnen, gegenüber zwei belgische Radreisende. Das Essen ist gut und sehr willkommen, wir sind mittlerweile schon richtig hungrig. Mit vollem Magen schlägt nun aber auch die Müdigkeit zu, und so landen wir bald im Kastenwagen.

Aufbruch vom Una-Camp nach Jajce

Die Nacht hat es bereits durchgeregnet, was eigentlich im Bus recht gemütlich war. Doch dass uns auch morgens wieder feiner Sprühregen erwartet, war so eigentlich nicht ausgemacht. (Der Wetterbericht hatte es vorhergesagt, daher haben wir aufgrund der Erfahrungen mit der Meteorologie in der gesamten Saison 2018 fix mit dem Gegenteil gerechnet).

Wir bezahlen also unseren Campingplatz (70KM, ca. 35 Euro für Camping, zwei Personen und zwei Abendessen inkl. Getränke. Ein Abendessen kostete Ca. € 6.50) und machen uns im Nieselregeln auf in Richtung Jajce.

Den BH-Telekom-Shop, wo wir bei der Durchfahrt durch Bosanska Krupa endlich diese verflixte „Ultra Turist“-Simkarte kaufen müssen, gibt es leider nur mehr auf Google-Maps – wieder nichts.

Ungeplanter Umweg nach Bihac

Nun lässt uns unser Navi im Stich – das bemerken wir aber erst nach gut 30km. Nun haben wir so einen schönen Tablet-Halter im Ducato, und wollen mit maps.me navigieren, leider findet das Tablet kein GPS-Signal. Ob es am Ducato liegt, oder die Software einfach streikt – wir wollen es nicht unterwegs ergründen. Wir fahren nun einfach weiter in Richtung Bihac, anstatt wie geplant den direkten Weg von Bosanska Krupe nach Jajce zu nehmen.

Die ersten 50km sind langsam und rumpelig, entschädigt aber immer wieder mit schönen Blicken auf die Una, der wir nun flussaufwärts folgen. Leider ändert sich das Wetter unterwegs kaum. Bei jedem Versuch, einen Fotostopp einzulegen, wird die Kamera nass, und so bleiben die Aufenthalte kurz.

 

Vorbei an Bihac

An Bihac fahren wir vorbei. Danach eröffnet sich praktisch eine Autobahn. Irgendwo hatte jemand im Netz vor der Strecke Bihac-Jajce mit dem Wohnmobil gewarnt – zu eng sei das. Die Straße ist jetzt aber fast durchwegs neu und breit, absolut kein Problem und sogar die schönste Straße, die uns bislang in Bosnien begegnet ist.

Una-Nationalpark: Diesmal leider nicht

Auch am Eingang des Una-Nationalparks kurz nach Bihac fahren wir vorbei: Im dichten Nebel können wir die Schilder gerade so erkennen, ansonsten würden wir aber wohl nichts sehen. Schade, aber so weit ist das für uns ja nicht, wir kommen wieder!

Almlandschaften wie um die Plitvicer Seen

Die Region südlich von Bihac ähnelt sehr stark der Gegend rund um die Plitvicer Seen: Logisch, wir sind hier ja praktisch nur ein kurzes Stück vom kroatischen Korenica entfernt. Alm-artig, und fast wie ein einziger, großer Golfplatz erscheint die Landschaft mit ihren sanften Hügeln und den unterschiedlichen Grüntönen. Wenn doch nur irgendwann die Sonne durchkäme!Landschaft bei Bihac

An Bosanski Petrovac und Kluc vorbei

Die Fahrt führt uns über einige Berg-/Hügelketten, da wir aber ohnehin nur Regen und Nebel sehen, ist sie ansonsten unspektakulär. Wir durchqueren Kluc und Bosnanski Petrovac.

Dabei erreichen wir unterwegs auch die Republika Srpska, worauf nur ein Schild hinweist. Man merkt es aber an der nun vermehrt kyrillischen Beschilderung.

Wir hoffen auf Cevapi-Streetfood irgendwo entlang des Weges, doch entweder verstecken sich alle vor dem Regen, oder wir sehen aufgrund des Nebels nichts, jedenfalls fahren wir ohne Essenspause nach Jajce durch.

Ankunft am Plivsko Jezero

Unser Ziel, der Plivsko Jezero kurz vor Jajce, kündigt sich schon lange vor dem gleichnamigen Campingplatz an seinem Ufer an: Man sieht ihn aus der Ferne, und bald schlängelt sich die Straße am Seeufer entlang. Doch darüber mehr im nächsten Artikel dieser Reihe.

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