Unsere große Reise 2018 wäre ja beinahe ins Wasser gefallen – erst im letzten Moment kam unser neuer Kastenwagen an, danach montierten wir noch die Solaranlage und den Radträger für die Heckgarage, und dann ging es auch schon los. Unser grober Plan: Eine Wohnmobil-Reise nach Griechenland, wie gewohnt am Landweg, doch diesmal nicht durch Serbien, sondern durch Bosnien, Montenegro und Albanien. Im Teil eins dieses Balkan-Reiseberichts reisen wir von Österreich nach Bosnien.

Aufbruch aus Graz

Aufbruch aus Graz

Wiedermal kommen wir später weg als gedacht, aber diesmal ist das egal: Wir haben keine Fähre zu erwischen, sondern vier Wochen Zeit für einen echten Roadtrip. Deshalb entscheiden wir auch gleich nach Abfahrt, uns die Slowenien-Vignette zu sparen, und auf der Landstraße Richtung Kroatien zu tingeln. Wir fahren zuerst also auf der Autobahn von Graz in Richtung Süden (die österreichische Vignette haben wir dank Digitalvignette und Wechselkennzeichen neuerdings ohnehin ganzjährig, da sie für Wohnmobile bis 3.5t ebenfalls gültig ist), biegen aber bei Vogau schon wieder ab.

Mitbringsel aus dem Genussregal Vogau

Genussregal Vogau

Bei Vogau legen wir nämlich einen Stopp beim „Genussregal“ ein, denn wir brauchen Mitbringsel für befreundete Griechen, und hier gibt es alles, was die Südsteiermark hergibt. Insbesondere die Wein-Auswahl ist beeindruckend. Dank einer Vielzahl geplanter Grenzübertritte und Gewichtslimits können wir davon aber nicht viel mitnehmen. Einen schönen Geschenkskorb stellen wir aber ohne Mühe zusammen.

Auf der Landstraße nach Slowenien

Durch Strass fahren wir nach Mureck, wo wir die Grenze (komplett staufrei) nach Slowenien überqueren. Wir halten uns Richtung Lenart. Eine erste Umleitung kostet uns 20 Minuten, doch kein Problem, wir haben es ja nicht eilig. Doch nur wenige Minuten später werden wir schon wieder umgeleitet, und fahren auf plötzlich auf schmalen, steilen Straßen durch die Weinberge. Nicht, dass wir solcherlei Abenteuer grundsätzlich abgeneigt sind, aber der Kastenwagen ist nagelneu, ein wenig Schonfrist hätte er sich schon noch verdient gehabt.

Wir kommen durch ein Dorf, und plötzlich verstellen Feuerwehren die Straße. Anscheinend hat der Blitz in ein Haus eingeschlagen, und eine Durchfahrt ist nicht möglich. Etwa eine Stunde soll das dauern, und wir verzweifeln schön langsam.

Ein älterer Slowene kümmert sich um uns, und erklärt uns freundlich eine Umleitung. Nun sind wir also auf der Umleitung von der Umleitung, es ist nochmals eine Stufe schmäler. Entgegenkommende sind unlustig, aber es geht sich aus, und nach wahrscheinlich einer weiteren halben Stunde Zeitverlust, sind wir wieder auf der Hauptstraße bei Ptuj.

Wohnmobil-Stellplatz in Ormoz

Es wird dunkel, und wir beschließen, heute nicht mehr weit zu fahren. Bei Ormoz gibt es einen Wohnmobilstellplatz an einem Fischteich. Eigentlich leicht zu finden ist er, indem man den „Spar“ (Supermarkt) sucht, denn gleich dahinter liegt der Stellplatz. Dessen erste Zufahrt ist eine Baustelle, wir müssen nochmals zurück auf die Hauptstraße. Nun finden wir die richtige Zufahrt. Achtung Äste: Diese hängen tief.

Wohnmobil-Stellplatz Ormoz in Slowenien

Von Ormoz durch Kroatien nach Bosnien

Wir frühstücken und machen uns auf in Richtung Kroatien. Da haben wir’s nicht weit, da wir in einigen Hundert Metern Luftlinie von der Grenze entfernt übernachtet haben. Wir warten etwa fünf Minuten an der Grenze, und es geht weiter. Unser Navi meint es (zu) gut mit uns, will uns mit Schleichwegen Zeit sparen helfen. Und so kämpfen wir uns durchs Hinterland, wo es zwar landschaftlich durchaus schön, aber auch langsam vorangeht.

Kroatisches Hinterland

Irgendwann erreichen wir Zagreb, und fahren ein kurzes Stück (mautfreier) Autobahn. Bald geht es aber schon wieder auf der Landstraße weiter, und wir kurven wieder auf schmalen Straßen über Hügel.

Grenzübergang Kostajnica von Kroatien nach Bosnien

Als wir auf einem Schild „Hrvatksa Kostajnica“ lesen, wissen wir, dass es zur Grenze nicht mehr weit sein kann. Sonst gäbe es ja keinen Grund, einen Ort als „kroatisch“ zu kennzeichnen. Und tatsächlich, einige hundert Meter weiter biegen wir rechts auf eine Brücke ab. Wir lernen hier die Una kennen, die ja heute auch unser Tagesziel ist, und die hier den Grenzfluss bildet. Über die komplette Brücke stauen wir nun zur Grenze.

Grenzübergang nach Bosnien

Etwa eine Stunde dauert das Unterfangen, ist schlussendlich aber problemlos. Sehen möchte der Grenzer außer den Pässen noch die Fahrzeugpapiere und die grüne Karte.

Gleich nach der Grenze finden wir einen Bankomat, und wollen Geld beheben. Leider haben wir vergessen, „Geocontrol“ zu deaktivieren, und wir sind nun nicht mehr in der EU. Noch empfangen wir aber kroatisches Netz, und aktivieren mobile Daten wieder. Geocontrol wird deaktiviert, Geld behoben. Was wir aber vergessen, ist, die mobilen Daten danach wieder zu deaktivieren. Später wird sich das durch etwa 100 Euro Datengebühr bemerkbar machen. Toll!

Fahrt nach Bosanska Krupa

Die Fahrt ist nun unspektulär. Typisch Grenzregion sind die Straßen schlecht, die Häuser eher ärmlich. Zu sehen gibt es wenig, bis auf die Blicke auf die Una.

Die Una in Bosnien

Und so beginnt unsere Reise etwas holprig mit einigen Planänderungen und suboptimalem (weil dauer-nieselndem) Wetter: Tendenziell müsste es also ab nun bergauf gehen. Dazu mehr in Teil zwei dieses Wohnmobil-Reiseberichts, in welchem wir uns die Una bei Bosanska Krupa genauer ansehen.

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