Endlich! Die Sonne setzt sich schön langsam gegen den Schnee durch, die ersten Frühlingsblumen lassen ihre Blüten erstrahlen. Dann ist es höchste Zeit, das Wohnmobil aus dem Winterschlaf zu holen. Wer sein Wohnmobil auswintern möchte, sollte sich an einer Checkliste für die Saisonvorbereitung halten. Welche Schritte du dabei nicht übersehen solltest, zählen wir hier auf.

Wie du dein Wohnmobil in 7 Schritten frühjahrsfit machst

Folgende Schritte solltest du beim auswintern des Wohnmobils durchgehen:

  1. Waschen und putzen
  2. Kontrolle des Basisfahrzeugs (inkl. Luft, Flüssigkeiten und Beleuchtung)
  3. Check und Wartung der der Wasserinstallation und Toilette
  4. Überprüfen der Elektronik
  5. Check der Gas-Anlage
  6. Ausstattung und Dokumente kontrollieren und erneuern
  7. Sonstiges Kontrollen und Erneuerungen

Schritt 1: Waschen und Putzen

Wer kennt das nicht: Wer im Herbst noch vor dem Beginn des Winterwetters eine letzte Reise macht, der stellt das Wohnmobil dann oft einfach ab. Die wichtigsten Einwinterungs-Maßnahmen werden gemacht, doch für mehr bleibt keine Zeit. Wenn es bereits Minusgrade hat, ist eine Autowäsche nicht mehr empfehlenswert, weshalb diese dann gar nicht stattfindet.

Spätestens im Frühjahr solltest du nun deinem Wohnmobil eine gründliche Reinigung gönnen. Das hat nicht nur ästhetische Gründe: Nur bei einem gereinigten Wohnmobil siehst du Beschädigungen von

  • Lack,
  • Fenstern und
  • Dichtungen.

Behebst du solche Schäden nicht gleich, so musst du mit Folgeschäden wie

  • Rost oder
  • Wassereinbruch

rechnen.

Außenreinigung des Wohnmobils

Reinige daher zuerst das Wohnmobil gründlich von draußen. Hilfreich sind dabei verlängerbare Wischer:

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Achte darauf, den Lack und Fenster nicht zu verkratzen und verwende Reiniger, die für dein Aufbaumaterial (Blech, GFK, Alu) geeignet sind. Tabu sind auf alle Fälle alle Scheuermittel.

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Für die Reinigung des Dachs empfiehlt es sich, stabile Leitern zu benutzen.

Weniger empfehlenswert sind LKW-Waschanlagen, da diese nicht besonders sanft mit Anbauten wie Dachluken umgehen und Kratzer im Lack verursachen können.

Kontrolle von Lack, Fenstern und Dichtungen

Nach der Außenreinigung solltest du

  • Lack
  • Fenster
  • Dachluken
  • Kamin-Auslässe, Kühlschrank-Gitter
  • Türen
  • Dichtungen

auf Beschädigungen und Dichtheit überprüfen. Was du jetzt entdeckst, kannst du reparieren (lassen) ohne, dass deine Reise beeinträchtigt wird.

Dichtungspflege

Nach der Reinigung empfiehlt es sich, Dichtungspflege zu betrieben: Durch spezielle Mittel hältst du die Dichtungen in Türen und Fenstern geschmeidig und verlängerst so ihre Lebensdauer.

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Innenreinigung

Nicht ganz so wichtig (zumindest vom Standpunkt der Funktion) ist die Innenreinigung, da hier (hoffentlich) keine dicke Schmutzschicht den Blick auf etwaige Beschädigungen verdeckt. Doch in einem sauberen Camper loszufahren ist einfach angenehmer. Auch die Innenreinigung gibt dir die Gelegenheit, die Funktion deiner gesamten Inneneinrichtung zu überprüfen und sicherzustellen, dass nirgends Feuchtigkeit eingedrungen ist.

Schritt 2: Kontrolle des Basisfahrzeugs

Stand des Motoröls / Ölwechsel

Wichtig ist auf alle Fälle die Kontrolle des Motoröls. Wir persönlich wechseln auch gleich das Öl zu Beginn der Saison – so haben wir im Laufe der Saison dann keinen Werkstatttermin mehr zu bedenken.

Flüssigkeiten und Filter

Kontrolliere zumindest auch Bremsflüssigkeit, Kühlerflüssigkeit und die Scheibenwaschanlage. Die Bremsflüssigkeit solltest du regelmäßig wechseln lassen.
Die Scheibenwaschanlage sollte ebenfalls aufgefüllt werden (sofern sie nicht noch vom Winter mit Scheibenfrostschutz gefüllt ist)

Lichtanlage

Sorge dafür, dass alle Lampen deiner Lichtanlage ordnungsgemäß funktionieren. Teste Auf-/Abblendlicht, Blinker und Bremslicht. Defekte Lampen musst du tauschen (lassen).

Luftdruck der Wohnmobil-Reifen

Die Kontrolle des Luftdrucks ist vor der ersten Ausfahrt wichtig. Am Besten erfolgt diese bei kalten Reifen.

  • Solltest du zuwenig Druck in den Reifen haben, musst du Luft auffüllen.
  • Viele pumpen die Wohnmobil-Reifen fürs Einwintern auf Maximaldruck auf, damit die Reifen über die lange Standzeit nicht plattstehen können. In diesem Fall musst du gegebenenfalls den Luftdruck reduzieren. Zwar schadet der hohe Luftdruck den Reifen vielleicht nicht, doch zuviel Druck im Reifen führt zu einem polternden Fahrerlebnis.

Bei der Kontrolle des Luftdrucks solltest du auch das Reifenprofil und das Alter deiner Reifen kontrollieren. Automobilclubs empfehlen die Formel 4×4: Vier gleiche Reifen, die maximal vier Jahre gefahren werden sollten. Wenigfahrer empfinden das oft als zu streng, da das Profil nach vier Jahren eventuell noch gut aussieht. Allerdings härten die Gummimischungen der Reifen aus, und können dann nicht mehr ihre volle Leistung erbringen. Auf keinen Fall darfst du Reifen weiterbenutzen, die bereits porös sind oder eine zu geringe Profiltiefe aufweisen!

Wartung und TÜV

Wartungstätigkeiten am Saisonbeginn zu erledigen, erspart Termine während der Saison, wenn man viel lieber unterwegs sein möchte. Am Besten organisierst du Ölwechsel, Filterwechsel und einen eventuell notwendigen Zahnriementausch zu Saisonbeginn (oder kurz davor).

TÜV/MFK/§58-Überprüfung zu Saisonbeginn aus dem Weg zu haben, ist ebenfalls praktisch, zumal etwaige Toleranzen im Ausland nicht immer akzeptiert werden. Wer sich hier terminlich nicht einschränken lassen kann, kann z.B. in Österreich den Überprüfungstermin dauerhaft verlegen lassen.

Reifenwechsel

Wer beim Wintercampen war, hat (hoffentlich) Winterreifen auf dem Wohnmobil. Diese sollten nun wieder den Sommerreifen weichen. Vergiss daher nicht, die Reifen zu wechseln. Reine Saisoncamper können diesen Punkt natürlich ignorieren.

Schritt 3: Wasserinstallation und Toilette überprüfen

Jeder Wohnmobilfahrer weiß es: Zum vernünftigen Einwinterungs-Prozedere gehört das Entleeren der Wasserinstallation. Leitungen, Armaturen und Tanks sollten möglichst frei von Wasser sein um Frostschäden zu vermeiden. Leider ist dies aber nicht so einfach zu bewerkstelligen und auch bei gewissenhaftem Arbeiten passiert es immer wieder, dass ein Tropfen Wasser dort verbleibt, wo er dann bei tiefen Temperaturen Schaden anrichten kann.

Damit man dies nicht bei der ersten Ausfahrt feststellen muss (wo es dann meist unmöglich ist, das Problem kurzfristig zu beheben), sollte man unbedingt die Wasseranlage zuhause testen.

Dazu gehört

  • Das vollständige Befüllen des Tanks
  • Das Benutzen und Kontrollieren aller Armaturen (Küche, Nasszelle, ggf. Außendusche-Anschluss)
  • Die Kontrolle aller Wasserleitungen und insbesondere der Schlauchschellen und Verbindungsstücke
  • Befüllen und Kontrolle des Warmwasser-Boilers
  • Die Kontrolle der Toilettenspülung

Wo immer möglich solltest du auch hinter Abdeckungen und Verkleidungen nachsehen, denn Frostschäden dort sind besonders unangenehm in ihren Auswirkungen. Kontrolliere außerdem die Abwasserleitungen (auch unter dem Fahrzeug) sowie den Abwassertank.

Der Check der Wohnmobil-Toilette

Die Dichtheit deiner Toilettenkassette solltest du außerdem überprüfen. Eventuell solltest du die Dichtungen der Kassette ersetzen (werden nach einer Weile spröde und können dann undicht werden).
Außerdem ist es sinnvoll, die Toilettenkassette gründlich zu reinigen.

Wasser-Hygiene

Wenn sichergestellt ist, dass die Wasserinstallation noch dicht ist und funktioniert, kannst du dich bei Bedarf der Wasserhygiene widmen. Für die Reinigung von Abwassertanks und Frischwassertanks gibt es im Campingbedarf viele Mittel. Halte dich einfach an die jeweilige Gebrauchsanweisung.

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Schritt 4: Überprüfung der Gasanlage des Wohnmobils

Alle zwei Jahre steht die Gasprüfung an. Dabei stellt ein dazu berechtigter Fachhändler die Dichtheit des Systems fest, indem eine Pumpe angeschlossen wird, und dann der (hoffentlich ausbleibende) Druckverlust gemessen wird. Zudem wird die Funktion aller Geräte überprüft.

Im eigenen Interesse solltest du auch in Jahren, wo keine Gasprüfung fällig ist, deine Gasanlage vor der ersten Ausfahrt überprüfen.

  • Öffne die Gasflaschen und Absperrventile
  • Benutze Lecksuchspray im Gaskasten und entlang der Leitungen (du kannst auch Seifenlauge in einer Sprühflasche verwenden) um Leitungen und Ventile nach Lecks abzusuchen. Diese machen sich durch Blasenbildung bemerkbar.
  • Starte jeden Verbraucher (Kochfelder, Kühlschrank, Heizung) nacheinander.
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Hast du einen Absorber-Kühlschrank, so freut sich der Brenner gelegentlich über eine Reinigung.

Pro-Tipp: Wenn eine Gasflamme am Kocher erlischt, so soll natürlich nicht endlos Gas ausströmen. Bei der Gasprüfung wird überprüft, ob ein Ventil nach einigen (etwa 5-15) Sekunden schließt. Das kannst du auch selbst machen: Drehe die Gaszufuhr der Gasflamme in einer ruhigen Umgebung ab: Nach einigen Sekunden solltest du ein „Klack!“ hören.

Heizungs-Check

Bei einer Gasheizung solltest du einerseits die Heizung überprüfen, andererseits auch den Warmwasser-Boiler.

Auch wer eine Dieselheizung hat, sollte diese für einige Minuten laufen lassen um sicherzustellen, dass sie auch funktioniert.

Schritt 5: Kontrolle der Wohnmobil-Batterien

Die meisten Wohnmobile haben eine Fahrzeug- und mindestens eine Aufbaubatterie. Beide Batterien sollten nicht komplett entladen werden. Vergisst man aber einen Verbraucher im Wohnmobil, so kann eine Tiefentladung leicht passieren, was sich negativ auf die Lebensdauer der Batterien auswirkt. Selbst ohne Verbraucher können gewöhnliche Autobatterien bei langer Standzeit durch Selbstentleerung leer werden.

Manche Wohnmobil-Reisende entnehmen die Batterien aus dem Fahrzeug während langer Standzeit. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Wohnmobil weit entfernt von zuhause in einem Unterstand steht, und man nicht so schnell zum Batterie-Laden vorbeischauen kann. Viele Unterstellplätze haben auch einfach keinen Stromanschluss.

Allerdings ist das Entnehmen der Batterien kein Vergnügen: Die großen Wohnmobil-Batterien sind groß und schwer, meist fest verankert, und bei Ducatos unter den Sitzen verbaut. Die Sitze ausbauen zu müssen ist keine zwei-Minuten-Angelegenheit.
Daher bevorzugen viele Wohnmobilisten, die Batterien im Fahrzeug zu belassen. Das ist kein Problem, sofern man den Ladezustand der Batterien regelmäßig überwacht und gegebenenfalls nachlädt.

Zu Saison-Beginn sollte man die Batterien jedenfalls vollladen, und sich vergewissern, dass die Batterien ihre Ladung noch halten können. Gegebenenfalls müssen sie ausgetauscht werden.
Messen kannst du das per Multimeter. Die bequeme Variante ist aber ein Batteriecomputer.

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  • Einfache Installation
  • Überwachung der Mittelpunktspannung
  • Sehr geringe Stromaufnahme von der Batterie
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Lithium-Ionen-Batterien haben diese Probleme nicht in dieser Form, sind im Wohnmobil aber noch nicht sehr verbreitet.

Schritt 6: Zubehör und Ausstattung

Wer gemäß der Womoguide-Empfehlung packt, hat seine Grundausstattung immer im Wohnmobil. Die Saisonvorbereitung ist dann der richtige Zeitpunkt, um alle Utensilien der Saisonausstattung zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern.
Dazu zählen unter anderem:

  • Hygieneartikel
  • Nahrungsmittel-Basics
  • Dokumente (Schutzbrief, Pässe, grüne Versicherungskarte)
  • Vignetten, Go-Box, usw.

Schritt 7: Sonstiges

  • Einige Hersteller schreiben eine Dichtheitsprüfung für den Erhalt der Herstellergarantie vor. Der Saisonstart ist ein guter Zeitpunkt, einen Termin dafür zu vereinbaren.
  • Markisengelenke bedanken sich für Wartung mit Silikonspray

Fazit

Die Saisonvorbereitung ist nicht schwierig, aber man sollte sie gewissenhaft betreiben, um nicht bei der ersten Ausfahrt im Frühling unliebsame Überraschungen zu erleben.

Letzte Aktualisierung am 27.05.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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