Nach vielen, zufriedenen Jahren mit unserem Pössl Duett L suchen wir nun ein neues Wohnmobil. Die Chancen stehen gut, dass es ein neuer Kastenwagen wird. Warum wir überhaupt wechseln wollen, und was der neue Camper können muss, beschreiben wir hier.

Unser derzeitiger Kastenwagen: Pössl Duett L

Im Mai 2013 haben wir unseren Pössl Duett L als zwölf Jahre alten Kastenwagen gekauft. Er hat sich für uns als zuverlässig erwiesen. Kleinigkeiten waren immer wieder zu tun, aber alle Urlaube waren volle Erfolge ohne Werkstattaufenthalte.

Nun hat er uns fünf Jahre treu begleitet. Wir haben 40.000 Kilometer abgespult, waren in Süditalien, Griechenland, Kroatien, Montenegro, Mazedonien, Serbien, Bulgarien und Albanien damit. Dazu kamen unzählige Kurztrips zum Wandern, Biken und Surfen.

Grundsätzlich finden wir den Pössl super. Warum also wechseln?

Warum wir ein neues Kastenwagen-Wohnmobil suchen

Seit einigen Monaten schwirrt der Gedanke eines neuen Kastenwagens herum. Das hat viele kleine Gründe. Keiner davon ist für sich genommen ausschlaggebend, aber in der Summe entsteht einfach der Wunsch nach einem Upgrade. (Das Kaffee-Netz, wo ich meinem Kaffee-Hobby fröne, nennt diese „Krankheit“ gerne „Upgraditis“)

Schlafkomfort

Wir schlafen ok, aber nicht super-toll im Pössl. Alles ist relativ, und als wir von unserem T3 Joker auf den Pössl umstiegen, empfanden wir den neuen Schlafkomfort als reinen Luxus. Doch mittlerweile zeichnet sich doch ab, dass wir vom Optimum noch etwas entfernt sind.

  • Wir haben beide Rückenprobleme, und da ist eine Schaumstoff-Matratze aus mehreren Teilen nicht das Wahre. Schläft man unruhig, verschieben sich die Schaumstoffteile und man liegt irgendwann in einer Mulde.
  • Muss einer von uns nachts aufstehen, ist der andere automatisch auch wach, da man ja übereinander klettert.
  • Familientauglich ist der Duett L nicht – es gibt eigentlich keine Möglichkeit, ein Zusatzbett unterzubringen.

Wohnraum-Komfort

Im Heck haben wir wahlweise Sitzgruppe oder Bett. Ein Umbau ist zwar schnell erledigt, aber doch umständlich. Zumindest Decken und Polster müssen verstaut werden. Meist führt das dazu, dass wir das Bett durchgehend belassen. Im Sommer ist das ok, wenn man draußen sitzen kann. Beim Freistehen, wo Campingmöbel draußen nicht möglich sind, aber durchaus lästig.

Wir haben zwar in der Front einen Not-Tisch, den nutzen wir aber de-facto nie: Erstens ist daran unser aufblasbares SUP verzurrt, das nirgends sonst im Bus Platz fände. Zweitens trennt der Tisch im aufgeklappten Zustand Fahrerhaus komplett vom Wohnraum, d.h. wer vorne Platz nimmt, kann sich nicht mehr bewegen.

Stauraum

Wir machen Aktivurlaub. Irgendwas ist immer los. Mountainbiken, Windsurfen, Kitesurfen. Das bedeutet, dass auch eine Menge Material mit muss.

Stauraum ist im Duett L aber eher gering. Wir haben zwei kleine Abteile unterm Bett für Campingtisch und Auffahrkeile sowie Surf-Zubehör, dann ist der Platz dort belegt. Sonstige Kästchen sind mit Kleidung und diversem Wohnmobil-Zubehör gefüllt, eine Bank mit Getränken, Grill und Werkzeug.

Zudem müssen Decken und Polster verstaut werden, wenn wir das Bett zur Sitzgruppe umbauen. Dies nimmt enorm viel Platz in den Staufächern weg.

Am Heck hängen die Räder, am Dach ist das Surfmaterial verzurrt, der Rest geht sich im Innenraum gerade so aus. Wir sind voll.

Für Reisende ohne große Sportausrüstung ist der Duett L absolut ausreichend – aber bei uns gibt’s eben großen Platzbedarf.

Belüftung im Pössl Duett L

Bedingt durch Radträger an der Tür und Dachbox/Surfbrettern am Dach können wir weder die Fenster im Heck (verstellt durch Radträger und Leiter um aufs Dach zu kommen) öffnen, noch die Luke am Dach (weil durch Dachbox und Surfbretter blockiert). Im Sommer bleibt uns nur die Schiebetüre und das Fenster im Bad.

Alter des Fahrzeugs

Der Pössl ist nun 17 Jahre alt. So zuverlässig er war – kleinere Probleme werden nicht ausbleiben. Ich bin kein  Mechaniker, und kann nur wenig selbst reparieren. Im Hinterkopf gibt es daher die Angst, irgendwann, 2000km von zuhause entfernt, in die Werkstatt zu müssen. Meine Eltern haben dergleichen schon erlebt, wenn man dann 2 Wochen irgendwo auf Sizilien auf ein (Fiat!)-Ersatzteil wartet. Möchten wir eigentlich vermeiden!

Autarkes Camping

Wir stehen (dort, wo das möglich ist), gerne möglichst einsam am Strand. Unser Pössl erlaubt uns das nicht dauerhaft:

  • Wir haben nur 2x5kg Gas, das für Kühlschrank und Heizung benötigt wird.
  • Nur eine Aufbaubatterie finden wir zeitweise lästig. Ein Spannungswandler macht für uns derzeit keinen Sinn, da wir gar keine geeignete Energiequelle dafür hätten.

Unsere Anforderungen an unseren nächsten Kastenwagen

  • Neues Fahrzeug (bis max. 3 Jahre alt)
  • Wir möchten Fenster und Luken öffnen können
  • Insektenschutz vor der Schiebetür. Dies ist nicht nur gegen Moskitos wichtig, sondern auch generell beim Freistehen eine gute Idee: Schlangen sind eher keine gewünschten Besucher.
  • Mehr Stauraum. Idealerweise gäbe es beim nächsten Fahrzeug ein besseres Transportkonzept für die Surfbretter, um nicht immer am Dach turnen zu müssen.
  • Fixes Bett und besserer Schlafkomfort: Wir hätten gerne Einzelbetten. Wir schlafen beide eher unruhig, und wecken uns gegenseitig immer wieder auf. V.a. wenn jemand nachts auf die Toilette muss, ist der andere fast garantiert wach.
  • Separate Sitzgruppe
  • Festbad – das ist für uns einfach schöner, zudem können wir nasses Neopren so in einem eigenen Raum trocknen.
  • (Zumindest eingeschränkt) familientauglich
  • Das Energieversorgungskonzept soll stimmig sein, und autarkes Campen erlauben.
  • Aufgrund der Leistung werden Kompressorkühlschränke gegenüber Absorbern bevorzugt.

Neuer Kastenwagen oder gebrauchter Camper?

Bei der Recherche des Gebrauchtwagenmarkts (der übrigens im Winter zig mal besser als im Frühjahr und Sommer ist), wurde ich irgendwie immer weiter in Richtung Neufahrzeug gedrängt. Wenn ein neuer Kastenwagen €50.000 kostet (österreichische Preise, dank Nova und geringerem Angebot weit über den Preisen in Deutschland), scheint er als 7-10 Jahre altes Fahrzeug noch immer nicht weit weg von €40.000  zu sein. Da muss man sich schon überlegen, ob diese Preisersparnis es wert ist, wieder ein „altes“ Fahrzeug zu fahren.

Warum es ökonomisch sinnvoll ist, jetzt einen Kastenwagen zu kaufen

Diesen Abschnitt kann man auch nennen: Wie man sich eine Investition schönredet.

Ein Beispiel aus meiner persönlichen Beobachtung:

  • Im Dezember 2016 war ein neuer Clever Van 636  für €55.000 inseriert.
  • Irgendwann im Jänner 2017 schien er dann weg zu sein. Ich nehme an, dass er zum Verleihfahrzeug wurde, da er nun, im Dezember 2017 wieder in den Marktplätzen aufscheint.
  • Nun, ein Jahr alt, mit über 20.000km auf dem Tacho, kostet er (tataaa!) €55.000.
  • Neu sind es nun €60.000.

Wohnmobile boomen, Kastenwägen noch mehr. Billiger wird’s nicht, und bei diesen jährlichen Preissprüngen kommt man ja bald mit dem sparen nicht mehr hinterher.

(Man könnte mal über Kredite, besichert mit der Wertsteigerung des Kastenwagens nachdenken, die amerikanische Immobilienblase lässt grüßen).

Fazit

Einfach wird es nicht, für den potentiellen Kastenwagen, alle unsere Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Aber ein Wohnmobil ist immer ein Kompromiss. Wir versuchen, den besten Kompromiss für uns zu finden.

 

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