Unser Reisejahr 2019 war wieder recht vielfältig. Natürlich wurden unterwegs auch viele Eindrücke gesammelt und mit der Kamera festgehalten. Es ist daher an der Zeit, wieder an der FoPa19, der Fotoparade von Erkunde-Die-Welt.de teilzunehmen.

Unser Reisejahr 2019

Mit dem Camper waren wir mehrfach in Slowenien und Kroatien. Im Frühjahr unternahmen wir einen Roadtrip nach Berlin, und fuhren durch Tschechien wieder zurück nach Österreich. Im Sommer waren wir am Balkan (Albanien, Griechenland) unterwegs. Die Camping-Saison beendeten wir dann nochmals in Kroatien.

Beruflich war ich diesmal in Brasilien, China, Dubai und vielen Ländern Europas.

Wie bereits beim letzten FoPa-Beitrag war diesmal auch so gut wie immer meine Fujifilm-Ausrüstung dabei. Zudem wurde im Frühjahr das Smartphone upgegradet, um auch in unerwarteten Situationen halbwegs akzeptable Fotos machen zu können. Material sollte also vorhanden sein.

Fotoparade (FoPa) 2019

Vorgabe der FoPA ist diesmal, sich aus gegensätzlichen Begriffspaaren einen Begriff auszusuchen, und zu begründen, wieso man diesen wählt. Dazu darf man dann ein Bild heraussuchen, und am Ende gibt es noch das schönste Reisebild des Jahres.

Die Begriffspaare sind:

  • Stadtbild” oder “Landschaft”?
  • “Tier” oder “Pflanze”?
  • “Berge” oder “Meer”?
  • “Fremdländisch” oder “einheimisch”?
  • “Sonnenaufgang” oder “Sonnenuntergang”?
  • “Schwarz-Weiß” oder “bunt”?

Los geht’s!

Stadt oder Landschaft

Wir starten gleich mal mit einer schwierigen Entscheidung, denn ich mag beides. Städte bieten spannende Architektur, Street-/People-Fotografie und viel Action.

Landschaften bieten uns aber die Ruhe, die wir unterwegs oft suchen, und sind als Fotomotiv geradezu meditativ.

Schlussendlich entscheide ich mich in dieser Kategorie für eine Landschaft, vorrangig, weil mir die Farbkombination so gut gefällt. Ein blühendes Raps-Feld in der sächsischen Schweiz unter dunklen Wolken und vor einer grünen Wiese.

Eine klare Präferenz für die Kategorie „Landschaft“ kann man daraus aber nicht ableiten, das zeigen auch die zahlreich vorhandenen, weiteren Kandidaten in diesen Kategorien.

Berge oder Meer

Diese Entscheidung wäre in normalen Jahren schwierig, als Mountainbiker und Windsurfer sind wir ja sowohl in den Bergen als auch am Meer unglaublich gerne. 2019 jedoch haben wir es zufällig nie in die Berge geschafft – es hat einfach nie gepasst.

Das fühlt sich jetzt beinahe wie geschummelt an, aber so kann hier nur das Meer gewinnen. Ich wähle hier die verregnete, aber trotzdem wunderschöne, kroatische Küste im Frühjahr.

 Die Alternativen sind somit heuer ausnahmslos alle ebenfalls vom Meer.

Tier oder Pflanze?

Hier fiel die Wahl recht schwer, da ich zwischen zwei Bildern im selben Land wählen musste: in Brasilien konnte ich eine Kaffeeplantage besichtigen, die erste Möglichkeit wären also Kaffeepflanzen. Außerdem gab es aber auch Capybaras freilaufend mitten in der Stadt bestaunen. Letztendlich gewannen die Tiere, weil ich sie so ungewöhnlich finde.

In der Kleinstadt Vinhedo laufen diese Nagetiere, von denen ich vorher nichtmal wusste, dass es sie gibt, komplett ungestört an einem See herum – und baden auch gerne in ihm.

Die kleinen sind wirklich niedlich – den größeren will man vielleicht nicht zu nahe kommen, denn sie sind so groß wie ein großer Hund, und haben noch größere Zähne. An der menschlichen Gesellschaft störten sie sich keineswegs, Jogger und Spaziergänger gingen an ihnen ständig vorbei, und sowohl Menschen als auch Capybaras taten so, als wäre da nichts dabei. Für einen Europäer wie mich war es hingegen ein erstaunlicher Anblick.

Das Foto wurde übrigens nicht mit dem Teleobjektiv aufgenommen, ich war da vielleicht fünf Meter entfernt – ohne Zaun dazwischen.

Als Alternative hier noch die besagte Kaffeepflanze mit ihren bunten Beeren.

Fremdländisch oder einheimisch

Zwar können beide Kategorien interessant sein, doch für mich ist das fremdländische, das unbekannte, das neue eben meistens doch noch eine Spur spannender.

Das soll überhaupt keine Abwertung der wunderschönen, heimischen Landschaften sein, doch schlussendlich reist man ja nicht, um dann dasselbe zu sehen, wie zuhause.

Ein wenig Schwierigkeiten hatte ich, mich zwischen dem Kaffee-Reiniger nach alter Methode auf einer brasilianischen Kaffeefarm und dem Apple-Store in Dubai zu entscheiden.

Letztendlich gewinnt der Kaffee-Reiniger, weil es einfach das bessere Bild ist. Ebenfalls spannend waren diverse Street-Szenen in Shanghai und ein Familien-Transport in Bosnien.

 

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang

Endlich mal eine leichte Übung: Als notorischer Langschläfer erlebe ich den Sonnenaufgang nur höchst selten. Daher habe ich vor allem Bilder von Sonnenuntergängen. Die Wahl sollte also naheliegen, oder? Naja, vielleicht fallen Bilder von Sonnenuntergängen aber auch zu leicht.

Vielleicht steckt da zuwenig Energie drin, oder vielleicht bin ich auch nur so absurd stolz, heuer doch einmal (1!) vor Sonnenaufgang aufgestanden zu sein, das Stativ und Kamera gepackt zu haben, und in den südsteirischen Weinbergen auf den Aufgang der Sonne gewartet zu haben. Jedenfalls gewinnt hier ganz klar der einzige Sonnenaufgang, den ich festhalten konnte.

 

Wenn ich mir das Ergebnis so ansehe verstehe ich Landschaftsfotografen schon, die das öfter machen. Wenn’s für eine Nachteule wie mich nicht so unfassbar schwer wäre!

Die Alternativen sind demnach, ohne Ausnahme, lauter Sonnenuntergänge.

Schwarz-Weiß oder Bunt?

An der Plaça d’Espanya in Barcelona steht eine frühere Stierkampfarena, die zu einem Einkaufszentrum umgebaut wurde. Sie ist bei jedem Besuch wieder ein toller Anblick, doch insbesondere bei Nacht wird sie dank Beleuchtung so richtig interessant.

Wie ich finde, wirkt sie auch in Schwarz-Weiß besonders gut. Für diese Kategorie entschieden habe ich mich, weil ich eher selten Schwarz-Weiß-Fotos mache, und dieses für mich daher etwas besonderes darstellt.

Bunt wäre ja vieles, deshalb spare ich mir hierzu die Alternativen.

Das schönste Foto 2019

Die schwerste Entscheidung war jene, für das schönste Reisefoto 2019. Es sind soviele Fotos, die ich mir hier vorstellen könnte. Doch nur eines kann gewinnen, und so fällt die Wahl auf eine Nachtaufnahme auf der Insel Limnos unseres Campers.

Wir waren gerade mit der Fähre angekommen, hatten uns einen Übernachtungsplatz gesucht, und beim aussteigen um 04:00 morgens war ich von der Sternenwelt über mir so überwältigt, sodass ich Kamera und Stativ herausholte, anstatt wie Olya schlafen zu gehen.

Eine Auswahl möglicherer, weiterer (jedoch keineswegs aller) Kandidaten folgt hier:

Und was war sonst noch so los?

Für mich machen Leute auf Bildern die Bilder meist noch spannender. Doch wenn man nicht wie ein Stalker mit dem Teleobjektiv heimlich aus der Ferne fotografieren möchte, erntet man (nicht erst seit der DSGVO, aber nun gefühlt durchaus verstärkt) schonmal böse Blicke, wenn man ungefragt Leute auf der Straße fotografiert (und sei es unabsichtlich, weil sie durch den Bildausschnitt spazieren).

2019 habe ich mich entschossen, auch einfach mal zu fragen, ob ich von völlig fremden Leuten eine Aufnahme machen kann. Das kostete durchaus Überwindung (tut es immer noch), aber es funktioniert spannender Weise.

Beiträge von Blogger-Kollegen

  • Ebenfalls Schwierigkeiten mit dem frühen Aufstehen zum Sonnenaufgang hat Jennifer, weshalb mir natürlich gleich aufgefallen ist, dass sie ebenfalls ein Foto eines Sonnenaufgangs aufbietet. Auch die übrigen Bilder sind toll.
  • Die Fotonomaden verdienen Erwähnung, weil ihre Fotos einfach durchgehend so qualitativ hochwertig, und damit schön anzusehen sind.
  • Coole Framings und Motive gibt es bei Sabine von ferngeweht.de.